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Wahl in Amerika : Ein erstes Patt zwischen Obama und Romney

  • Aktualisiert am

Wahlkampf bis zur letzten Minute: Der Republikaner Mitt Romney im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire Bild: AFP

Mit der Abstimmung im kleinen Dorf Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire hat die amerikanische Präsidentenwahl an diesem Dienstag begonnen. Amtsinhaber Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney erhielten jeweils fünf Stimmen. Mit einem ähnlichen Kopf-an-Kopf-Rennen um das Weiße Haus wird bis zuletzt gerechnet.

          Die amerikanische Präsidentenwahl hat bereits kurz nach Mitternacht (Ortszeit) am Dienstag mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen begonnen. Bei der Abstimmung im Mini-Dorf Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire erhielten Amtsinhaber Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney jeweils fünf Stimmen. Damit kam es dort erstmals in der Geschichte zu einem Patt. Die Ortschaft nahe der kanadischen Grenze eröffnet traditionell den Abstimmungsreigen. In diesem Jahr gab es zehn Wahlberechtigte. Die Auszählung wurde vom Sender CNN live übertragen.

          In der kleinen Ortschaft Hart's Location konnte dagegen Obama einen Sieg mit 23 Stimmen erringen. Romney kam auf neun Stimmen. Der Präsidentschaftskandidat der Libertären Partei, Gary Johnson, erhielt eine Stimme.

          Kurz zuvor hatte Amtsinhaber Obama seine Anhänger bei einer Abschlusskundgebung aufgerufen, bis zur letzten Minute für einen Sieg zu kämpfen. Sie sollten auch sicherzustellen, dass Freunde und Verwandte zur Wahl gehen. „Es kommt jetzt auf jeden von uns als Bürger an“, sagte Obama am späten Montagabend (Ortszeit) mit heiserer Stimme bei einem Auftritt in Des Moines in Iowa.

          Die Wahlentscheidung dürfte denkbar knapp ausfallen. In der jüngsten Umfrage der „Washington Post“ und des Senders ABC erreichte Obama zwar erstmals seit Anfang Juli landesweit wieder 50 Prozent der Stimmen, während Romney nur auf 47 Prozent kam. Doch liegt das Ergebnis wie derzeit nahezu alle Umfragen im Bereich der statistischen Fehleranfälligkeit.

          Vor allem in den sogenannten Swing States, wo sich die Wahl am Dienstag entscheiden dürfte, deuten die meisten Erhebungen auf ein historisch enges Kopf-an-Kopf-Rennen hin. Die Kandidaten und ihre Unterstützer hatten am Montag 15 Veranstaltungen in neun dieser besonders umkämpften Staaten auf dem Programm, um unentschlossene Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

          Obama wollte sich nach seinem Auftritt in Iowa auf die Rückreise in seine Heimatstadt Chicago machen und dort zusammen mit seiner Familie auf die Wahlergebnisse warten.

          Romney kämpft bis zur letzten Minute

          Romney hatte nach Stopps in Florida, Virginia und Ohio zum großen Finale in New Hampshire eingeladen. Kurzfristig setzte er aber noch für den Wahltag Auftritte in Pennsylvania und Ohio an. Experten betrachteten Romneys zusätzlichen Stimmenfang am Ende einer gut 17 Monate langen Kampagne als Hinweis darauf, wie knapp das Rennen tatsächlich ist.

          Beide Kandidaten setzten am Tag vor der Entscheidung erneut auf die Strahlkraft prominenter Unterstützer. Obama trat in Ohio mit dem Rockmusiker Bruce Springsteen und dem Rapper Jay-Z auf. Romney lud den Sänger Kid Rock zu der Kundgebung in New Hampshire ein. In einem Radiointerview äußerte der Präsident die Sorge, dass viele seiner Unterstützer den Wahlurnen fernbleiben könnten. „Wir haben genügend Wähler, um zu gewinnen, es ist nur die Frage, ob sie auch kommen“, sagte Obama.

          Die Wahl entscheidet sich in den neun Staaten, in denen der Wahlausgang noch offen ist.

          Romney nutzte seine letzten Wahlkampfkundgebungen erneut, um vor einer zweiten Amtszeit für Obama zu warnen. Dieser habe bewiesen, dass er nicht mit dem Kongress zusammenarbeiten könne. Wenn er im Weißen Haus bleibe, drohe ein politischer Stillstand, weil wichtige Probleme nicht gelöst werden könnten. „Wandel wurde uns vom Präsidenten versprochen. Aber Wandel wird nicht an Reden gemessen. Er wird an Erreichtem gemessen“, sagte Romney am späten Montagabend (Ortszeit) in Manchester (New Hampshire).

          Vor einer langen Wahlnacht

          Obama bekräftigte bei einem Auftritt in Wisconsin, dass er sich nach seiner Wiederwahl weiter für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen wolle. „Jeder gibt seinen fairen Anteil, jeder spielt nach den selben Regeln, deshalb habt Ihr mich 2008 gewählt und deshalb trete ich für eine zweite Amtszeit an“, rief er. Weil die Umfragen sehr nah beieinander liegen, richten sich die Amerikaner auf eine lange Wahlnacht ein. Es galt sogar als möglich, dass das Ergebnis erst nach Tagen feststeht.

          Beide Wahlkampflager bereiteten sich nach Medienberichten auf einen möglichen langwierigen Streit um Abstimmungsergebnisse vor und heuerten bereits zahlreiche Anwälte an. Offiziell beginnt der Wahltag um fünf Uhr morgens Ortszeit (11 Uhr MEZ) mit der Öffnung der Wahllokale im Bundesstaat Vermont. Die Bürger von Hawaii und Alaska sind die letztehn Wähler. In Alaska sind die Wahllokale bis 6 Uhr MEZ am Mittwoch geöffnet.

          Letztendlich wird die Wahl in neun Bundesstaaten entschieden

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