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Vorwahlen in Iowa : Buttigieg gewinnt hauchdünn vor Sanders

  • Aktualisiert am

Nur noch ganz knapp vor Bernie Sanders: der frühere Bürgermeister von South Bend, Indiana, Pete Buttigieg Bild: AP

Ganz knapp liegt Pete Buttigieg bei den Vorwahlen der Demokraten am Ende vor Bernie Sanders. Der Parteivorsitzende will die Ergebnisse von Iowa überprüfen lassen.

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          Drei Tage nach der chaotischen ersten Vorwahl der Demokraten im amerikanischen Präsidentschaftsrennen steht nun das Ergebnis fest. Nach Auszählung aller Stimmbezirke im Bundesstaat Iowa liegt Pete Buttigieg, ein früherer Bürgermeister aus dem Bundesstaat Indiana, mit hauchdünnem Vorsprung auf Platz eins – dicht gefolgt von dem linken Senator Bernie Sanders. Das gab die Demokratische Partei in Iowa am Donnerstag (Ortszeit) bekannt.

          Demnach kam Buttigieg auf 26,2 Prozent der Stimmen, Sanders auf 26,1 Prozent. Platz drei erreicht die Senatorin Elizabeth Warren mit 18 Prozent. Der frühere Vizepräsident Joe Biden ist Vierter mit 15,8 Prozent.

          Chaos bei der Auszählung wegen einer schweren technischen Panne hatte die Verkündung von Ergebnissen arg verzögert. Buttigiegs anfänglicher Vorsprung auf Sanders schrumpfte dabei deutlich zusammen.

          Ein „erstaunlicher Sieg“

          Buttigieg ist mit 38 Jahren der jüngste Demokrat im Rennen. Bis vor einem Jahr war der moderate Politiker auf nationaler Ebene in den Vereinigten Staaten noch weitgehend unbekannt. Der ehemalige Bürgermeister von South Bend (rund 100.000 Einwohner) in Indiana hatte nach Verkündung der ersten Iowa-Teil-Ergebnisse, die ihn noch deutlicher vorne sahen, von einem „erstaunlichen Sieg“ gesprochen – ganz gleich, was noch passiere.

          Iowa hatte die Vorwahl bereits am Montagabend abgehalten. Die Entscheidung fiel nicht in Wahllokalen, sondern bei „Caucuses“ – vielen Hundert zum Teil ganz kleinen Parteiversammlungen. Bei diesen Treffen stimmten Demokraten und Republikaner in einem komplizierten Prozedere darüber ab, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten.

          Der Senator von Vermont Bernie Sanders

          Bei den Republikanern gewann Präsident Donald Trump erwartungsgemäß mit einer überwältigenden Mehrheit von gut 97 Prozent der Stimmen. Er hat als Amtsinhaber parteiintern keine ernstzunehmende Konkurrenz.

          Bei den Demokraten, bei denen das Rennen hart umkämpft ist, war die Auswertung der Ergebnisse komplett schiefgegangen, was zu der enormen Verzögerung bei der Verkündung der Ergebnisse führte. Die Partei machte einen Programmierfehler in einer App zur Übertragung der Wahlresultate für das Chaos verantwortlich. Die Präsidentschaftsbewerber reagierten frustriert, enttäuscht und wütend. Bidens Team meldete Zweifel an den Ergebnissen an und beklagte sich über „erhebliche Mängel“ in dem Auszählungsprozess.

          Demokratenchef will Ergebnisse überprüfen

          Der Parteivorsitzende der Demokraten, Tom Perez, forderte wegen der chaotischen Wahl eine Überprüfung der Ergebnisse. „Genug ist genug“, erklärte Perez am Donnerstag auf Twitter. Angesichts der Probleme bei der Übertragung der Ergebnisse und um das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen, fordere er die Demokratische Partei in Iowa dazu auf, „unverzüglich“ mit einer Überprüfung zu beginnen. Ob damit eine komplette Neuauszählung der Stimmen gemeint war, wurde nicht unmittelbar klar.

          Iowa mit drei Millionen Einwohnern schickt im Sommer nur wenige Delegierte zu den Nominierungsparteitagen von Demokraten und Republikanern. In dem kleinen Staat hat sich aber in der Vergangenheit oft gezeigt, wer am Ende als Kandidat seiner Partei das Rennen macht. Die Signalwirkung ist also groß. Wer in Iowa nicht unter den ersten drei seiner Partei landet, dessen weitere Aussichten gelten als trübe.

          Im nächsten Vorwahlstaat New Hampshire liegt Sanders laut Umfragen bei den demokratischen Präsidentschaftskandidaten vorne – mit deutlichem Abstand zu Biden. Sanders zeigte sich vor Anhängern in Milford zuversichtlich, bei der Vorwahl in New Hampshire zu gewinnen. Am 3. März folgt im Rennen um die Kandidatur die nächste große Wegmarke: der „Super Tuesday“ mit Abstimmungen in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin.

          Auf Nominierungsparteitagen küren Demokraten und Republikaner im Sommer dann endgültig ihre Präsidentschaftskandidaten – die Demokraten im Juli in Milwaukee, die Republikaner im August in Charlotte. Die Präsidentenwahl steht schließlich am 3. November an.

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