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Vorwahlen in Amerika : Clintons Schicksal liegt in den Händen des FBI

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Die Gattin des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton will nun aus eigenem Recht ins Weiße Haus einziehen. Bild: AP

Die amerikanische Generalstaatsanwältin will Hillary Clinton strafrechtlich verfolgen, sollte das FBI dies empfehlen. Sie versucht damit Zweifel wegen einer politischen Einflussnahme zu zerstreuen.

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          Die amerikanische Generalstaatsanwältin Loretta Lynch wird die Empfehlungen der Strafverfolgungsbehörde FBI in Bezug auf die E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton akzeptieren. Ein Mitarbeiter des Justizministeriums sagte, falls die Ermittler eine Strafverfolgung Clintons empfehlen würden, werde sie sich nicht dagegen wehren.

          In der Causa geht es darum, dass Clinton während ihrer Amtszeit als Außenministerin einen privaten E-Mail-Server auch für strenge geheime Korrespondenz des Außenministeriums genutzt haben soll. Besonders die Republikaner und ihr präsumptiver Gegner im Kampf um das Weiße Haus Donald Trump haben ihr deswegen vorgeworfen, Geheimnisverrat begangen zu haben. Clinton hatte während der Ermittlungen dem FBI Zugang zu dem Server gegeben und tausende Seiten E-Mails ausgedruckt.

          Lynch machte ihre Entscheidung bekannt, nachdem ein Treffen von ihr mit Bill Clinton, dem Ehemann von Hillary, bekannt geworden war. Dem Treffen war scharfe Kritik gefolgt, da viele Republikaner eine Einflussnahme des ehemaligen Präsidenten für seine Frau befürchteten. Lynch sagte jedoch, es habe sich um ein zufälliges rein privates Treffen gehandelt. Die Flugzeuge der beiden Politiker hätten auf dem Flughafen von Phoenix nebeneinander gestanden und Clinton sei ohne Einladung zu ihr herüber gekommen. Nach ihren Worten habe er über seine Enkelkinder und seine Reisen gesprochen, das Thema E-Mail-Affäre sei niemals zur Sprache gekommen, so Lynch.

          Loretta Lynch will sich an die Empfehlung des FBI halten.

          Das Verfahren könnte gegen Clinton könnte großen Einfluss auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf nehmen, in dem Clinton, die wahrscheinliche Kandidatin der Demokraten, sich gute Chancen gegen den präsumptiven Kandidaten der Republikaner Donald Trump ausrechnet. Dieser wiederum wetterte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gegen das Treffen und insinuierte, es sei geplant gewesen.

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