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Vorwahl in New Hampshire : Klarer Sieg für Romney

  • Aktualisiert am

Mitt Romney gewinnt auch die Vorwahl in New Hampshire Bild: REUTERS

Nach dem Sieg in Iowa hat der Republikaner Mitt Romney auch die Vorwahl in New Hampshire gewonnen. Der frühere Gouverneur von Massachusetts siegte mit 16 Prozentpunkten Vorsprung.

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          Der Republikaner Mitt Romney ist auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur gegen Barack Obama ein gutes Stück vorangekommen. Im Bundesstaat New Hampshire sicherte er sich seinen zweiten Vorwahlsieg - diesmal mit deutlicher Mehrheit von 39 Prozent der Stimmen.

          „Das ist die Nacht, in der wir Geschichte gemacht haben“, rief ein demonstrativ triumphierender Romney seinen Anhängern in Manchester zu. Bei den Präsidentenwahlen im November „geht es um die Seele Amerikas“, sagte der frühere Gouverneur aus Massachusetts. Obama bezeichnete er als einen gescheiterten Präsidenten.

          Romney, der nach Umfragen auch landesweit als Favorit gilt, ließ seine Konkurrenten mit erheblichen Abstand hinter sich. Nach dem offiziellen Endergebnis erreichte Romney 39 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor dem Zweitplatzierten, Ron Paul, der auf 23 Prozent kam. An dritter Stelle lag John Huntsman, der ehemalige Gouverneur von Utah, mit 17 Prozent. Newt Gingrich und Rick Santorum kamen auf je neun Prozent.

          . In seiner Siegesrede griff Romney Obama scharf an. „Dem Präsidenten sind die Ideen ausgegangen. Jetzt gehen ihm die Ausreden aus“, rief Romney seinen Anhängern zu. „Ich stehe bereit, uns auf einen anderen Weg zu führen.“ Meinungsforscher sahen den ehemaligen Gouverneur auch bei den nächsten Vorwahlen am 21. Januar in South Carolina und zehn Tage später in Florida klar in Führung.

          Huntsman: „Wir sind im Rennen“

          Paul erreichte in New Hampshire 23 Prozent der Stimmen. Er erklärte, er sei Romney „auf den Fersen“. Der Abgeordnete weiß mit seiner Vision eines Minimalstaates eine treue Anhängerschar hinter sich, seine Ansichten gelten aber auch in der eigenen Partei als nicht mehrheitsfähig. Huntsman kam auf 17 Prozent.

          Jon Huntsman ist sich sicher: „Wir sind im Rennen“

          Der als moderater Konservativer geltende ehemalige Botschafter in China hatte den Vorwahl-Auftakt in Iowa übersprungen und alle Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden in New Hampshire gesetzt. „Wir sind im Rennen“, sagte er. „Mit dem dritten Platz ist das Ticket gelöst.“

          Auf den früheren Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, entfielen neun Prozent. Für den christlich-konservativen ehemaligen Senator Rick Santorum, der in Iowa nur acht Stimmen weniger als Romney hatte, votierten in New Hampshire ebenfalls neun Prozent. Beide Bewerber erklärten aber, im Rennen bleiben zu wollen. Abgeschlagen mit etwa einem Prozent war der texanische Gouverneur Rick Perry. Er hatte dem Neuengland-Staat keine Bedeutung zugemessen und am Dienstagschon  in South Carolina Wahlkampf gemacht.

          New Hampshire fällt kaum ins Gewicht

          Den ganzen Tag lang hatten in New Hampshire Republikaner und Parteilose ihre Stimme abgegeben, Mitglieder der Demokraten durften sich dagegen an der Vorwahl nicht beteiligen. Mit einer Bevölkerung von 1,3 Millionen Menschen lebt in dem Bundesstaat nur ein winziger Bruchteil der 310-Millionen-Bevölkerung Amerikas. Die zwölf Delegiertenstimmen, die der Staat für die offizielle Kandidatenkür auf dem Parteitag Ende August zu vergeben hat, fallen kaum ins Gewicht. Wie in Iowa entsteht die Bedeutung vor allem durch das große Medieninteresse am Abschneiden der Bewerber in den ersten Tests an der Wahlurne.

          Rick Santorum kam diesmal lediglich auf neun Prozent

          Mit Siegen in den ersten beiden Vorwahlen ist Romney weiter der große Favorit, um für die Republikaner bei den Präsidentschaftswahlen am 6. November Obama herauszufordern. Der Multimillionär hat die meisten Spendengelder gesammelt und ein starkes Wahlkampfteam im Rücken. Landesweite Umfragen zeigten jedoch, dass große Teile der Basis mit Romney fremdeln: Viele Republikaner halten ihn für keinen lupenreinen Konservativen, weil er bei Themen wie Abtreibung oder Waffengesetzen früher eher liberale Ansichten vertrat.

          Romney wehrte sich am Dienstagabend gegen Vorwürfe von Mitbewerbern, er habe als Chef der Investmentfirma Bain Capital Unternehmen ausgeplündert und Arbeitsplätze vernichtet: „Einige verzweifelte Republikaner“ hätten sich Obama angeschlossen, der das „freie Unternehmertum vor Gericht stellen will“.

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