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Vor Präsidentenwahl : Arbeitslosenquote in Amerika sinkt auf den tiefsten Stand seit vier Jahren

Im vergangenen Monat wurden in Amerika, hier eine Szene aus Charlotte, North Carolina, mehr als 100.000 neue Stellen geschaffen - Wasser auf die Mühlen von Obama? Bild: Reuters

Rückenwind für Barack Obama: Vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist die Arbeitslosenquote auf einen Tiefstand gefallen. Nur einmal war sie während Obamas Amtszeit noch niedriger.

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          Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten ist im September deutlich von 8,1 auf 7,8 Prozent gesunken. So niedrig lag die Quote zuletzt im Januar 2009 beim Amtsantritt des Präsidenten Barack Obama. Er könnte damit in den knapp fünf Wochen bis zur Wahl einen Schub in der Gunst der Wähler erhalten.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Andere Indikatoren wiesen auf eine durchwachsene Lage am Arbeitsmarkt hin. Die Zahl der neuen Stellen, die in einer Unternehmensumfrage erhoben wird, lag mit nur 114.000 leicht niedriger als erwartet. Zugewinne im Dienstleistungsbereich glichen abermalige Stellenverluste im verarbeitenden Gewerbe mehr als aus. Das Tempo des Arbeitsplatzaufbaus ist nicht hoch genug, um die Arbeitslosigkeit dauerhaft zu senken. Als positives Signal revidierten die Statistiker indes die Zahlen für die vergangenen Monate deutlich nach oben. So gab es im August nun 142.000 neue Stellen statt zuvor gemeldeter 96.000.

          Im Gegensatz zu den Vormonaten hatte der Rückgang der Arbeitslosenquote im September seine Ursache nicht in einem Rückzug enttäuschter Arbeitssuchender vom Arbeitsmarkt. In der Haushaltsumfrage stieg die Zahl der Beschäftigten um sehr hohe 873 000. Die große Diskrepanz zur von den Unternehmen gemeldeten Zahl neuer Stellen signalisiert, dass Revisionen der Statistik anstehen. Manche Analysten bezweifelten darob, ob die Besserung nachhaltigen Bestand haben werde, zumal Wirtschaftsindikatoren nicht auf ein kräftigeres Wachstum hindeuten.

          Die Bilanz der letzten sechs Präsidenten im Vergleich Bilderstrecke

          Gemessen an der Arbeitslosenquote steht Obama vor der Wahl am 6. November so schlecht da wie nur ein Präsident seit der großen Depression in den dreißiger Jahren. Gerald Ford stellte sich 1976 mit einer so hohen Arbeitslosenquote wie derzeit zur Wiederwahl. Er verlor, wobei entscheidend dafür wohl die Nachwirkungen der Nixon-Watergate-Affäre waren. Von vier Präsidenten mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 7 Prozent im Wahlmonat gelang es in den vergangenen Jahrzehnten nur Ronald Reagan, 1984 eine zweite Amtszeit zu erringen.

          Neben Ford verloren auch James Charter (1980) und George Bush (1993).
          Die Höhe der Arbeitslosenquote ist in statistischen Untersuchungen indes ein unsicherer Indikator für das Wahlergebnis. Entscheidender ist wohl die Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Charter und Bush verloren, nachdem die Arbeitslosenquote deutlich gestiegen war. Reagan dagegen gewann, während die Arbeitslosigkeit deutlich zurückging. So betrachtet deutet die Arbeitsmarktentwicklung auf Vorteile Obamas hin. Seit dem Hoch von 10 Prozent im Oktober 2009 ist die Arbeitslosenquote – wenn auch ungewöhnlich langsam – im Trend gefallen.
           

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