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Vereinigte Staaten : Die teure Herrschaft des Trump-Clans

  • -Aktualisiert am

Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner verlassen die Präsidentenmaschine Air Force One. Bild: Reuters

Steuerzahler ärgert, wie kostspielig der Alltag der „First Family“ ist. Nach einem Erfolg von Trumps Firma in China wittern Kritiker Interessenkonflikte. Und welche Rolle spielt jetzt eigentlich genau Tochter Ivanka im Weißen Haus?

          Für Ivanka Trump begann die nun zu Ende gehende Woche mit einem Foto, das für viel Aufsehen sorgte. Eingerahmt vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau und ihrem Vater saß sie am Schreibtisch und lächelte in die Kamera. Es war nicht irgendein Schreibtisch, sondern der Schreibtisch im Oval Office des Weißen Hauses, weswegen die Reaktionen in Amerikas sozialen Netzwerken massiv ausfielen. Während Kritiker monierten, dass sie nicht das Recht habe, dort zu sitzen, freuten sich Fans bereits auf eine „Präsidentin Ivanka“.

          Und trotzdem war es nur ein Schnappschuss von vielen aus diesem ersten Monat der Trumpschen Präsidentschaft. Fast immer, wenn der Staatschef irgendwo medienwirksam in Erscheinung trat, war seine Lieblingstochter nicht weit. Ob beim Treffen mit Japans Regierungschef Abe oder Israels Ministerpräsident Netanjahu: Ivanka war beteiligt, nicht nur an gemeinsamen Fototerminen, sondern immer wieder auch an Gesprächen auf höchster Ebene. Selbst zu einer Trauerfeier für einen gefallenen Soldaten begleitete die 35-Jährige ihren Vater, ebenso zum PR-Termin beim Luftfahrtkonzern Boeing.

          „Ich habe noch nie ein Kind gesehen, das derart eingebunden in die Regierung ihres Vaters ist“, sagt Kate Andersen Brower, Autorin eines viel beachteten Buches über Präsidentenfamilien. Selbst George W. Bush habe während des Wahlkampfs seines Vaters zwar die Werbetrommel gerührt, aber danach ihres Wissens nach nie an offiziellen Treffen im Weißen Haus teilgenommen, so Brower im Gespräch mit der Zeitung „USA Today“ .

          Ivankas tragende Rolle im Weißen Haus ist insofern bemerkenswert, als sie zuvor ausdrücklich angekündigt hatte, sich, anders als ihr Ehemann Jared, der als Berater im West Wing sitzt, nicht in die Politik ihres Vaters einzumischen. Einen offiziellen Job hätte sie aufgrund bestehender Anti-Nepotismus-Gesetze ohnehin nicht bekommen können. Nun scheint es zumindest eine wichtige inoffizielle Position geworden zu sein. Manch einer bezeichnet die Präsidententochter bereits als wahre „First Lady“.

          Wer Trump wähle, wähle auch dessen Clan ins Weiße Haus, hatten politische Gegner vor der Wahl immer wieder gewarnt. Damit war nicht unbedingt die Familie des Milliardärs gemeint, sondern dessen Geschäftspartner. Im Trump-Imperium sind das allerdings oftmals ein und dieselben Personen. In der „Trump Organization“, dem Mischkonzern, dem der 70-Jährige bis kurz vor seinem Amtsantritt vorstand, haben die Söhne Donald Junior und Eric mittlerweile die Geschäftsführung übernommen. Donald Trump ist jedoch weiterhin Eigentümer. Ivanka hatte sich zuletzt aus der Firma zurückgezogen, um in Washington mehr Freiheiten zu haben. Dass sie allerdings weiter eng mit ihren Brüdern in Kontakt steht und von diesen in Geschäftsentscheidungen eingebunden wird, ist durchaus wahrscheinlich.

          Auch der Präsident scheint es mit der Trennung von Regierungshandeln und Familiengeschäft nicht so genau zu nehmen. Das zeigte seine zornige Botschaft an die Kaufhauskette Nordstrom vergangene Woche, für die er sogar seinen offiziellen Präsidenten-Twitter-Account nutzte. Nordstrom hatte es gewagt, Ivankas Modekollektion aus dem Sortiment zu nehmen. „So unfair“, beschwerte sich der Vater.

          Weitaus ernster als diese Episode dürfte der Sturm der Entrüstung werden, der sich derzeit mit Blick auf die China-Geschäfte der „Trump Organization“ über der noch jungen Präsidentschaft zusammenbraut. Weil Trumps Firma in China nach dessen erfolgreicher Präsidentschaftswahl überraschend Markenrechte zugesichert wurden, wittern viele Anti-Korruptions-Aktivisten einen Konflikt von Staats- und Geschäftsinteressen.

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