https://www.faz.net/-gpf-9dl8w

Kommentar : Auf Anweisung Trumps

Da war noch alles gut: der damalige Präsidentschaftskandidat Donald Trump mit seinem Wahlkampfmanager Paul Manafort auf dem Nationalkonvent der Republikaner in Cleveland Bild: Reuters

Gleich zwei Vertrauten Trumps drohen Haftstrafen, einer von ihnen will sogar über Verstrickungen des Präsidenten in kriminelle Machenschaften aussagen. Doch kein Realist glaubt nun ernsthaft an ein Amtsenthebungsverfahren.

          1 Min.

          Das ist ein dickes Ding: Donald Trumps früherer Anwalt Michael Cohen belastet den Präsidenten auf eine Weise, die nicht als dummes Zeug abgetan oder heruntergespielt werden kann. Cohen hat das nicht irgendwo getan, sondern in einem Strafverfahren. Die Sache ist also ernst. Trump habe ihn, Cohen, angewiesen, Schweigegeld an zwei Frauen zu zahlen, mit denen Trump sexuelle Kontakte hatte. Motiv der Aktion sei es gewesen, seine Wahlchancen nicht von einem Skandal trüben zu lassen. Das wäre ein Verstoß gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung. Cohen bekannte sich auch schuldig in Anklagepunkten, in denen es auch um Steuerhinterziehung geht.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Dass fast zur gleichen Zeit Trumps früherer Wahlkampfmanager wegen Betrugs verurteilt wurde, fällt da kaum noch ins Gewicht – außer dem Umstand, dass in Trumps Wahlkampf zwielichtige Figuren eine prominente Rolle spielten. Es ist die Aussage Cohens, die den Präsidenten mehr denn je als Lügner dastehen lässt. Trump wird es nun noch schwerer fallen als bisher, die Mueller-Untersuchung über die russische Verstrickung in den Wahlkampf als „Hexenjagd“ zu verunglimpfen, selbst wenn seine Hardcore-Anhänger ihn weiterhin für das unschuldig verfolgte Opfer halten.

          Trump wird nicht vor Gericht gestellt werden, und von einem Amtsenthebungsverfahren träumt kein Demokrat mit Sinn für die Wirklichkeit. Aber die Aussage des Rechtsanwalts, der Trump viele Jahre lang gedient hat, wirft ein Licht auf Charakter und Stil eines Präsidenten, der ein politischer Brandstifter ist, der hetzt und andere der Lüge bezichtigt, während er selbst darin virtuos ist. Dieser Mann hat es so bis ins Weiße Haus geschafft.

          Weitere Themen

          Hunderte Studenten buhen Lucke bei Vorlesung aus Video-Seite öffnen

          ZDF-Beitrag : Hunderte Studenten buhen Lucke bei Vorlesung aus

          Als der AfD-Gründer Bernd Lucke eine Vorlesung an der Uni Hamburg halten wollte, buhten ihn Studenten aus und verdeckten die Linse des Beamers. Eine Stunde hielt er es im Hörsaal aus, die Polizei schritt nicht ein.

          „Erdogan will unsere Allianz brechen“

          Türkische Syrien-Offensive : „Erdogan will unsere Allianz brechen“

          Ünal Ceviköz, der Vize-Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei CHP, erklärt im Interview die innenpolitischen Motive des Nordsyrien-Feldzugs – und warum er die Ansiedlung von zwei Millionen Flüchtlingen in der „Sicherheitszone“ für utopisch hält.

          Topmeldungen

          Bernd Lucke : Nazischweine und Gesinnungsterror

          Vom AStA kann man nicht viel erwarten. Aber die Hamburger Regierung und die Universität leisten sich in Sachen Bernd Lucke eine peinliche Vorstellung.

          Ab 2020 : Klimaschutz führt zu neuen Regeln für Steuerpflichtige

          Die Politik will das Klima schützen. Hausbesitzer bekommen daher bis zu 40.000 Euro für energetische Sanierungen, und die Pendlerpauschale steigt. Für kurze Flüge dagegen wird die Mehrwertsteuer teurer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.