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Amerikas Verteidigungsminister : Ein Mann der Truppe

  • -Aktualisiert am

Donald Trump gratuliert am Dienstagabend dem neuen amerikanischen Verteidigungsminister Mark Esper. Bild: EPA

Mark Esper ist mit überwältigender Mehrheit im Amt des amerikanischen Verteidigungsministers bestätigt worden. Die Gegenstimmen kamen im Senat vor allem von demokratischen Wahlkämpfern.

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          Hin und wieder gibt es doch noch Nachrichten aus Washington, die so klingen, als seien es normale Zeiten in Amerika. So wurde Mark Esper am Dienstag mit 90 zu 8 Stimmen vom Senat im Amt des Verteidigungsministers bestätigt, woraufhin er vor Präsident Donald Trump den Amtseid ablegte. Die überwältigende Stimmenmehrheit in der zweiten Kammer des Kongresses war in früheren Zeiten die Regel und nicht die Ausnahme. Schließlich geht es bei dem Votum darum, die fachliche Qualifikation einer Person zu kontrollieren und nicht parteipolitische Übereinstimmung zu dokumentieren. Die Gegenstimmen kamen vor allem von jenen Senatoren, die sich derzeit um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewerben und nicht den Eindruck erwecken dürfen, sie glaubten, Trump treffe gelegentlich kluge Entscheidungen.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Mehr als sechs Monate hatte das Pentagon keinen regulären Minister. Nach dem Rücktritt James Mattis’ vor Weihnachten hatte der Präsident eigentlich dessen Stellvertreter Patrick Shanahan für den Posten ausgeguckt. Der frühere Boeing-Manager zog allerdings freiwillig zurück, weil er fürchtete, in der Senatsanhörung würde eine schwierige Episode häuslicher Gewalt in seiner Familie in der Öffentlichkeit breitgetreten. Trump nominierte daraufhin Esper, den bisherigen Heeres-Staatssekretär, der das Pentagon in den vergangenen Wochen schon kommissarisch führte.

          Anders als Shanahan ist Esper ein Mann der Truppe. Der 55 Jahre alte Mann aus Uniontown in Pennsylvania, der die Militärakademie in Westpoint besuchte (wo er ein Jahrgangskollege des heutigen Außenministers Mike Pompeo war), kämpfte im zweiten Golfkrieg, wurde mit mehreren Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet und schied als Oberstleutnant aus dem aktiven Dienst. Später studierte er in Harvard und in Washington Verwaltungslehre, wurde promoviert und arbeitete für die konservative Heritage Foundation, als Senatsmitarbeiter unter anderem für Chuck Hagel und – während des zweiten Irakkriegs – als Unterabteilungsleiter im Pentagon. Nach dem Ende der Präsidentschaft George W. Bushs heuerte er als Lobbyist beim Rüstungskonzern Raytheon an. Ein Umstand, der in der Senatsanhörung zu kritischen Nachfragen führte: Senatorin Elizabeth Warren, eine der möglichen Trump-Herausforderer, sagte, das schmecke nach Korruption.

          Esper, der gemeinsam mit seiner Frau drei erwachsene Kinder hat, gilt als Fachmann für Organisations- und Beschaffungsfragen. Als Heeres-Staatssekretär war er mit der Modernisierung der Armee befasst. Mit strategischen Fragen der internationalen Politik, der alten Herausforderung Russland und der neuen Herausforderung China, hatte er weniger zu tun. Als er Ende Juni kommissarisch ins Ministerbüro zog, war das ohnehin chronisch angespannte Verhältnis zu Iran schon eskaliert. Die Auseinandersetzung mit dem Regime in Teheran könnte seine erste Bewährungsprobe werden.

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