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Streit um Pastor : Amerika verhängt Sanktionen gegen türkische Minister

  • Aktualisiert am

Bild: EPA

Seit 2016 hält die Türkei den amerikanischen Pastor Andrew Brunson fest. Nun hat die amerikanische Regierung mit Strafmaßnahmen reagiert. Der türkische Außenminister droht mit Gegenmaßnahmen.

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          Im Fall des in der Türkei inhaftierten und nun unter Hausarrest gestellten amerikanischen Pastors Andrew Brunson verhängt die Regierung der Vereinigten Staaten Sanktionen gegen zwei türkische Minister. Betroffen seien Justizminister Abdulhamit Gül und Innenminister Süleyman Soylu, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Mittwoch in Washington. „Beide haben führende Rollen bei der Inhaftierung und Festnahme von Pastor Brunson gespielt.“ Durch die Sanktionen werden die Vermögen der Minister in Amerika eingefroren, außerdem dürfen amerikanische Bürger keine Geschäfte mit ihnen abschließen.

          Die Türkei hat die Entscheidung verurteilt und Gegensanktionen angedroht. Das Außenministerium in Ankara kritisierte am Mittwochabend die „aggressive Haltung“ Washingtons und forderte die Rücknahme der „falschen Entscheidung“. Außenminister Mevlüt Cavusoglu warnte, die Sanktionen würden „nicht unbeantwortet“ bleiben.

          Die Regierung von Präsident Trump beharrt darauf, dass Brunson – gegen den in der Türkei Terrorvorwürfe erhoben wurden – unschuldig ist. „Wir sehen keine Beweise dafür, dass Pastor Brunson irgendetwas falsch gemacht hat“, sagte Sanders. Donald Trump hatte bereits am vergangenen Donnerstag mit Sanktionen gedroht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte am Mittwoch abermals, dass sein Land solche Drohungen nicht akzeptieren werde. Erdogan warf den Vereinigten Staaten eine „evangelikale, zionistische Mentalität“ vor.

          Brunson (50) lebt seit mehr als 20 Jahren in der Türkei. Er war Pastor an einer Kirche in der Küstenmetropole Izmir, als er im Oktober 2016 – wenige Monate nach dem Putschversuch in der Türkei – festgenommen wurde. Hintergrund schienen zunächst Visaprobleme zu sein, nach Angaben amerikanischer Behörden Angaben sollte Brunson ausgewiesen werden. Im Dezember verhängte ein Gericht dann aber wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen Brunson.

          Brunson werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und zur Bewegung um den im amerikanischen Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Haft für den Pastor. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Vergangene Woche wandelte ein Gericht die Untersuchungshaft wegen gesundheitlicher Probleme Brunsons in Hausarrest um. Festgehalten wird er damit weiterhin. Erdogan fordert von den Vereinigten Staaten die Auslieferung Gülens.

          Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hatte am Samstag gesagt, Hausarrest für Brunson sei „nicht gut genug“. Es gebe keine glaubwürdigen Beweise gegen den Pastor. „Dieser unschuldige Mann des Glaubens sollte freigelassen werden und es sollte ihm erlaubt werden, in die Vereinigten Staaten von Amerika zurückzukehren.“ Im Streit um Brunson hat die türkische Regierung immer wieder auf die Unabhängigkeit der Justiz in dem Land verwiesen, die Experten in Zweifel ziehen.

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