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Andreas Ross (anr.)

Sicherheitsberater : Ein Korrektiv weniger

  • -Aktualisiert am

John Bolton, hier auf einer Aufnahme von 2018 Bild: Reuters

Die Entlassung John Boltons kommt nicht sehr überraschend – Trump und sein Sicherheitsberater waren wie Feuer und Wasser. Außenminister Pompeo könnte nun an Macht gewinnen.

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          Die Entlassung von John Bolton, Trumps drittem Sicherheitsberater, lag lange in der Luft. Zwar pflegen beide Männer eine harte Sprache und teilen Abscheu für alles Multilaterale. Doch ansonsten sind sie eher wie Feuer und Wasser.

          Ob der Präsident in letzter Minute einen Militärschlag gegen Iran absagte oder Putin umschmeichelte, ob er „spontan“ mit dem Diktator Kim Jong-un nordkoreanischen Boden betrat oder ob er führende Taliban nach Camp David einlud – Trumps Impulse liefen Boltons beinhartem Realismus zuwider.

          Trump hat Bolton oft als Kriegstreiber verspottet; und der war mit gutem Grund als solcher gefürchtet. Viele derjenigen, die bei Boltons Ernennung Schlimmstes ahnten, könnten nun freilich feststellen, dass sie ihn noch vermissen werden – als Korrektiv, wenn Trump Gefahr läuft, sich in kindischem Vertrauen auf sein Verhandlungsgeschick von Amerikas Feinden über den Tisch ziehen zu lassen. Boltons Abschied bedeutet zunächst einen weiteren Machtzuwachs für den ehrgeizigen Außenminister Pompeo. Der redet dem Präsidenten viel bereitwilliger nach dem Munde.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

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