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In Russland-Affäre verurteilt : Trump bewahrt früheren Berater Stone vor dem Gefängnis

  • Aktualisiert am

Frei, aber nicht begnadigt: Roger Stone. Bild: Reuters

Im Zuge der Russland-Affäre wurde der frühere Wahlkampfberater von Donald Trump zu über drei Jahren Haft verurteilt. Nun ist Roger Stone ein „freier Mann“ – dank seines langjährigen Freundes.

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          Präsident Donald Trump bewahrt seinen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilten früheren Wahlkampfberater und langjährigen Freund Roger Stone vor dem Gefängnis. Nur wenige Tage bevor Stone die Strafe antreten sollte, wurde ihm von Trump eine Strafmilderung gewährt. Dieser Schritt bedeutet anders als eine Begnadigung keine Aufhebung der strafrechtlichen Verurteilung. „Roger Stone ist ein freier Mann“, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung des Präsidialamts.

          Der zu mehr als drei Jahren Haft Verurteilte wäre im Gefängnis einem ernsthaften medizinischem Risiko ausgesetzt gewesen, hieß es weiter. Die Verfolgung Stones in den nach Ansicht des Weißen Hauses unfairen Ermittlungen habe Trump zu seiner Entscheidung bewogen. „Roger Stone hat bereits sehr gelitten. Er wurde sehr ungerecht behandelt, wie viele andere in diesem Fall.“

          Der frühere Trump-Berater wurde im Zusammenhang mit den Russlandaffäre nach der Präsidentenwahl 2016 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Er wurde der Falschaussage vor dem Kongress und der Zeugenmanipulation für schuldig befunden. Er sollte die Strafe am Dienstag in einem Gefängnis im Bundesstaat Georgia antreten.

          In der Russland-Affäre hatte FBI-Sonderermittler Robert Mueller die Vorwürfe zu illegalen Beziehungen zwischen dem Trump-Wahlkampfteam - für das auch Stone arbeitete - und Vertretern Russlands untersucht. In der im Frühjahr vergangenen Jahres abgeschlossenen Untersuchung fand Mueller keine Belege dafür, dass es vor der Wahl 2016 Geheimabsprachen zwischen dem Trump-Wahlkampfteam und Vertretern Russlands gegeben habe. Eine Behinderung der Ermittlungen der Justiz durch Trump schloss Mueller in seinem Bericht nicht aus.

          Trump hatte bereits bei der Verurteilung Roger Stones seinem Ärger auf Twitter Luft gemacht.

          Stone allerdings war im Februar wegen Vergehen im Zusammenhang mit der Affäre zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Eine Jury sah es als erwiesen an, dass er sich im Zusammenhang mit Kontakten zur Enthüllungsplattform Wikileaks unter anderem der Falschaussagen, der Behinderung von Ermittlungen und der Beeinflussung von Zeugen schuldig gemacht hat. Stone hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

          Wegen der Schwere von Stones Vergehen hatten die Ankläger dem Bundesgericht in Washington eine Haftstrafe von sieben bis neun Jahren Gefängnis empfohlen. Im Anschluss hatte Trump seiner Wut auf Twitter Luft gemacht, das vorgeschlagene Strafmaß scharf kritisiert und von einer „Verfehlung der Justiz“ gesprochen. Aus Trumps Sicht ist Stone ein Opfer der „illegalen“ Russland-Ermittlungen.

          Spekulationen, wonach Trump Stone begnadigen könnte, hielten sich hartnäckig. Normalerweise stellt sich das Justizministerium nicht gegen Empfehlungen von Staatsanwälten. Nach Trumps Äußerungen hatte die Behörde allerdings erklärt, der Vorschlag der Ankläger sei „exzessiv und ungerechtfertigt“.

          Der Exzentriker Stone mit seinen schlohweißen Haaren gilt als eine der berüchtigtsten Figuren in der amerikanischen Politik. Seit Jahrzehnten zog er aufseiten der Republikaner hinter den Kulissen viele Fäden und schreckte auch nicht vor „dreckigen Tricks“ zurück, wie er selbst zugibt. Als Verehrer von Richard Nixon hat der 67-Jährige sogar ein Tattoo des ehemaligen Präsidenten auf seinem Rücken.

          Die Stellungnahme des Weißen Hauses vom Freitag las sich dabei bemerkenswert feindselig und griff die Ermittlungen Muellers scharf an. „Diese Anschuldigungen waren das Produkt von Rücksichtslosigkeit, die von Frustration und Bosheit getragen wurde“, hieß es. „Aus diesem Grund hatten die außer Kontrolle geratenen Staatsanwälte von Mueller, die verzweifelt nach spritzigen Schlagzeilen suchen, um eine fehlgeschlagene Untersuchung zu kompensieren, Herrn Stone ins Visier genommen.“

          Zuletzt hatte ein Ermittler aus Robert Muellers Team vor dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses ausgesagt, dass Stone wegen seiner Nähe zu Trump von der amerikanischen Justiz begünstigt würde. „Ich habe - wiederholt - gehört, dass Roger Stone wegen seiner Beziehung zum Präsidenten anders als alle anderen Angeklagten behandelt wurde“, sagte Staatsanwalt Aaron Zelinsky.

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