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Milliardär Michael Bloomberg : Er will Trump schlagen

  • -Aktualisiert am

Der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg Bild: Picture-Alliance

Seine Kampagne nennt er einen Kampf für Amerikas Zukunft, den Wahlkampf könnte er komplett selbst finanzieren: Dass der Milliardär in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten einsteigt, könnte zwei anderen Bewerbern Auftrieb geben.

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          Michael Bloombergs jahrelanges Flirten mit einer Präsidentschaftskandidatur ist zu Ende: Er tut es. „Ich kandidiere als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, um Donald Trump zu schlagen und Amerika wieder aufzubauen“, sagte der Milliardär am Sonntag. „Wir können uns vier weitere Jahre mit Präsident Trumps rücksichtslosen und unethischen Handlungen nicht leisten.“ Wenn Trump wiedergewählt würde, könne das Land sich vielleicht „nie mehr von dem Schaden erholen“, warnte der Unternehmer.

          Dass Bloomberg antreten würde, war erwartet worden, nachdem er sich für einzelne Vorwahlen registriert und eine große Medienkampagne gestartet hatte. Mit fast 35 Millionen Dollar kaufte er als erstes Fernseh-Abspielzeit für Kampagnenvideos. Zum Vergleich: Das sind zehn Millionen mehr als der Fundraising-Star Senator Bernie Sanders in einem Quartal einsammelte. Bloomberg braucht keine Spenden, er kann seinen Wahlkampf notfalls komplett selbst finanzieren.

          Reicher als Trump

          Mit Trump hat Bloomberg einiges gemeinsam, ist aber mit einem Vermögen von etwa 50 Milliarden reicher als der Präsident. Sein Finanzdaten- und Medienunternehmen ist nur ein Teil seines Imperiums, zu dem Anwaltsfirmen ebenso gehören wie Immobilien.

          Bloomberg war viele Jahre Demokrat, bevor er im Jahr 2000 zu den Republikanern wechselte. So konnte er den Vorwahlprozess umgehen. Von 2002 bis 2013 regierte er New York City als Bürgermeister. Im Jahr 2007 verließ er die republikanische Partei und ließ sich als Unabhängiger wieder wählen, nachdem er seinen Wahlkampf selbst finanziert hatte. 2018 kam er zu den Demokraten zurück.

          Zu Bloombergs Erfolgen zählen viele Kommentatoren höhere Investitionen in bezahlbaren Wohnraum. Er verantwortete auch Initiativen, die die Stadt klimafreundlicher und grüner machen sollten, wie etwa eine Innenstadt-Maut und die Revitalisierung von Parks. Besonders wohlhabende Weiße blicken positiv auf Bloombergs Amtszeit mit ihren gezielten Investitionen in Stadtbild und Wohnraum. Allerdings wurde die Stadt auch immer unbezahlbarer für Normalverdiener, je attraktiver sie für die Erfolgreichsten wurde – diesen Trend konnte auch Bloombergs Nachfolger Bill de Blasio nicht umkehren.

          Bloombergs Anhänger beschreiben sich gern als „sozialpolitisch progressiv und fiskalisch konservativ“. Das heißt, sie sind dafür, dass jeder heiraten darf, wen er möchte, wollen aber keine gebührenfreien Universitäten. Was Konservative gern als „fiskalische Vernunft“ umschreiben, obwohl ihr Präsident Staatsschulden anhäuft, soll auch Bloombergs Marke für den Vorwahlkampf sein. Kürzlich sagte er, man könne keine finanzpolitischen Luftschlösser bauen.

          Die linken Kandidaten Elizabeth Warren und Bernie Sanders nannte er nicht beim Namen, aber sie waren gemeint. Beide wollen schließlich gebührenfreie Colleges und eine allgemeine gesetzliche Krankenversicherung, sowie eine neue Reichensteuer und eine Finanztransaktionssteuer. Bloomberg will die privaten Versicherer beibehalten und lehnt auch die anderen Vorschläge ab.

          Von Warren und Sanders dürften weniger Wähler zu Bloomberg überlaufen. Die Gefahr seiner Kandidatur trifft eher diejenigen, die bislang um wirtschaftsliberale Wähler werben. Insbesondere der ehemalige Vizepräsident Joe Biden und Pete Buttigieg, Bürgermeister von South Bend in Indiana, könnten so in Bedrängnis geraten. Auch, wenn Fachleute betonen, dass es sich oft um Momentaufnahmen handele, wird der Wahlkampf stark von Umfragen bestimmt – in den Kampagnenteams wie in der öffentlichen Diskussion.

          Zur Zeit gibt es da für beide Seiten schlechte Nachrichten. Bidens Kampagne schwächelt ausgerechnet in Iowa, wo Anfang Februar die wichtigen ersten „Caucus“-Abstimmungen stattfinden. Eine andere Umfrage ergab, dass nun eine Mehrheit der Befragten eine Krankenversicherung mit einer privaten Wahlmöglichkeit befürworte.

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