https://www.faz.net/-gpf-8k6qm

Brisanter Brief : 50 wichtige Republikaner warnen vor Trump

  • Aktualisiert am

Proteste gegen Trump: Nicht nur auf der Straße, sondern zunehmend auch aus den eigenen Reihen. Bild: AP

Charakterlos, unwissend, gefährlich: 50 republikanische Sicherheitsexperten, darunter ehemalige Minister und Geheimdienstchefs, fahren schwere Geschütze gegen den Kandidaten ihrer eigenen Partei auf. Der schlägt zurück.

          2 Min.

          50 prominente Sicherheitsexperten der Republikaner haben mit scharfen Worten vor einer Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewarnt - dem Kandidaten ihrer eigenen Partei. „Herrn Trump fehlen der Charakter, die Werte und die Erfahrung, um Präsident zu sein“, hieß es in einer Erklärung der Fachleute, die am Montag bekannt wurde. „Er schwächt die moralische Autorität der Vereinigten Staaten als Führerin der freien Welt. Es sieht so aus, als ob es ihm an Basiswissen über und Glauben an die US-Verfassung, US-Gesetze und US-Institutionen sowie religiöse Toleranz, Freiheit der Presse und eine unabhängige Justiz mangelt.“

          Zwar hätten die Unterzeichner auch Zweifel an der von den Demokraten nominierten Kandidatin Hillary Clinton. Aber: „Niemand von uns wird für Donald Trump stimmen.“

          „Ein gefährlicher Präsident“

          „Aus außenpolitischer Sicht ist Donald Trump nicht qualifiziert, Präsident und Oberster Befehlshaber der Streitkräfte zu sein“, hieß es zudem. „Vielmehr sind wir davon überzeugt, dass er ein gefährlicher Präsident wäre, unter dem die nationale Sicherheit und das Wohlergehen des Landes Risiken ausgesetzt wären.“ Zwar seien viele Amerikaner frustriert, dass die Regierung Probleme im In- und Ausland nicht löse. „Aber Donald Trump ist nicht die Antwort auf die gewaltigen amerikanischen Herausforderungen und auf diese wichtige Wahl. Wir sind überzeugt, dass er der rücksichtsloseste („most reckless“) Präsident in der amerikanischen Geschichte wäre.“

          Die Erklärung ist unter anderem unterzeichnet vom ehemaligen CIA-Direktor Michael Hayden, dem ehemaligen Heimatschutzminister Michael Chertoff, dem Ex-Direktor aller amerikanischen Nachrichtendienste John Negroponte und den ehemaligen amerikanischen Handelsbeauftragten Carla Hills und Robert Zoellick. Einige der genannten haben unter einem oder mehreren republikanischen Präsidenten gearbeitet. Organisiert wurde die Erklärung von Philip Zelikow, der Condoleezza Rice in ihrer Zeit als Außenministerin beriet.

          Die „New York Times“ merkt an, dass alle früheren republikanischen Außenminister den Brief nicht unterzeichnet haben. Es sei unklar, ob sie die Botschaft nicht teilen oder eine eigene Veröffentlichung planen. Auffällig sei jedoch, dass neben Zelikow auch weitere frühere enge Mitarbeiter von Rice unter den Unterzeichnern seien.

          Trump schlägt zurück

          Trump konterte in einer Stellungnahme: Die Namen unter dem Brief seien diejenigen, von denen die Amerikaner eigentlich Antworten dazu erwarteten, warum die Welt so chaotisch sei. „Wir danken ihnen dafür, dass nun alle wissen, wer daran schuld ist, dass die Welt so ein gefährlicher Ort ist.“

          Donald Trump hat große Pläne.

          Es handle sich um Vertreter der „gescheiterten Elite aus Washington“, die sich an die Macht klammerten. Es sei an der Zeit, sie für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen darunter die „desaströse“ Invasion des Irak.

          Unter den Republikanern gibt es seit vielen Monaten Kritik an Trump, die bis heute anhält. Der neue Präsident wird im November gewählt. In jüngsten Umfragen hat Clinton einen leichten Vorsprung vor Trump.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.
          Nicht nur am Mainufer, sondern auch an der Frankfurter Börse herrscht frühlingshafter Optimismus.

          Steigende Kurse trotz Krise : Das Börsenvirus

          Die Wirtschaft liegt noch am Boden, doch die Kurse an der Börse steigen und steigen. Kann die Wette auf die bessere Zukunft aufgehen?

          Unruhen wegen George Floyd : Trump droht mit „unbegrenzter Macht des Militärs“

          Die Gewalt in Amerika eskaliert. In Detroit wurde ein Demonstrant erschossen, in Oakland ein Polizist. Minnesotas Gouverneur entschließt sich zu einem einmaligen Schritt – und Trump gießt weiter Öl ins Feuer. New Yorks Bürgermeister hingegen verurteilt das harte Vorgehen der Polizei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.