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Wahl in Amerika : Auch die Parteispender distanzieren sich

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Donald Trump bezeichnet die Vorwürfe gegen ihn als erfunden. Bild: AP

Der Milliardär bezeichnet die Anschuldigungen gegen ihn als erfunden und kündigt eine Klage gegen die „New York Times“ an. Unterdessen haben sich auch Trumps Parteispender zu Wort gemeldet.

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          Nach den Enthüllungen über mutmaßliche sexuelle Übergriffe haben sich auch einige der wichtigsten Geldgeber der Republikaner von Donald Trump distanziert. Mehrere Parteispender forderten die Parteiführung laut einem Bericht der „New York Times“ vom Donnerstag auf, den Präsidentschaftskandidaten fallen zu lassen.

          „Irgendwann müsst Ihr in den Spiegel schauen und erkennen, dass Ihr Eure Unterstützung für Trump unmöglich vor Euren Kindern rechtfertigen könnt - vor allem vor Euren Töchtern“, sagte der Geschäftsmann David Humphreys der „New York Times“.

          Humphreys hat den Republikanern nach eigenen Angaben in den vergangenen vier Jahren mehr als 2,5 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) gespendet. Der New Yorker Investor Bruce Kovner bezeichnete Trump als „gefährlichen Populisten“, der für die Aufgaben des amerikanischen Präsidenten „gänzlich ungeeignet“ sei.

          Trump bezeichnete die Berichte als „Verleumdungen und Schmähungen“, hinter denen die „Clinton-Maschine“ stecke. Es handle sich um eine „konzertierte, koordinierte und bösartige“ Kampage. Neben den über amerikanische Medien erhobenen Vorwürfen muss sich Trump auch gegen den Vorwurf einer Reporterin des Magazins „People“ wehren. Sie bezichtigt Trump, er habe sie zu einem Kuss gezwungen.

          Der Milliardär kündigte eine Klage gegen die „New York Times“ an, sein Anwalt verlangte die Rücknahme des Artikels und eine Entschuldigung durch die Zeitung.  Die „New York Times“ zitierte zwei der Frauen, welche die Vorwürfe erhoben.

          Zeitung verteidigt Artikel

          Die „New York Times“ wehrt sich gegen den Vorwurf der Verleumdung. „Das Wesen eines Verleumundungvorwurfs besteht darin, jemandes Ruf zu schützen“, schrieb der Vizepräsident der Zeitung, David McCraw, am Donnerstag in einem Brief an Trumps Anwalt. Trump habe sich seinen Ruf jedoch bereits „selbst geschaffen“.

          Zeitungs-Vizechef McCraw schrieb, nichts in dem Artikel habe „die geringste Auswirkung auf den Ruf, den sich Herr Trump durch seine eigenen Worte und Taten bereits selbst geschaffen hat“. Er verwies auf Trumps schlüpfrige Kommentare über Frauen und fügte hinzu, es gebe aber einen noch wichtigeren Aspekt: „Die Frauen, die in unserem Artikel zitiert werden, haben über eine Frage von nationaler Bedeutung gesprochen. Wir hätten nicht nur unseren Lesern, sondern auch der Demokratie einen Bärendienst erwiesen, wenn wir sie nicht hätten sprechen lassen.“

          Die „New York Times“ habe getan, „was das Gesetz erlaubt: Wir haben nachrichtlich relevante Informationen über ein Thema von großem öffentlichen Interesse publiziert“, hieß es in dem Brief weiter. Wenn Trump anderer Meinung sei und meine, US-Bürger hätten kein Recht darauf zu hören, was diese Frauen zu sagen haben, und wenn er meine, seine Kritiker müssten „still sein oder bestraft werden“, dann begrüße die Zeitung „die Gelegenheit, dass ein Gericht ihn eines Besseren belehrt“.

          Am Donnerstag äußerte sich auch First Lady Michelle Obama zu dem Thema. Sie kritisierte Trump scharf. Sie sei tief erschüttert, sagte Obama bei einer Wahlkampfveranstaltung für Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton in New Hampshire.

          Vier Wochen vor der Wahl liegt Trump der jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge deutlich hinter Clinton. Seine Wahlchancen bei Frauen sind demnach besonders schlecht.

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