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Wahl in Amerika : Warum Clintons E-Mails immer noch gefährlich sind

  • -Aktualisiert am

Kaum eine Politikerin hat Amerika je so gespalten wie sie: Hillary Clinton am Montag bei einem Wahlkampfauftritt in Manchester, New Hampshire Bild: AFP

Nichts hält sich im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf so hartnäckig wie die Debatte um Hillary Clintons E-Mails. Kann die Affäre der Demokratin doch noch gefährlich werden?

          Im Oktober vergangenen Jahres hatte Bernie Sanders, damals noch Clintons Gegenkandidat für die Nominierung als demokratischer Präsidentschaftskandidat, in einer TV-Debatte erklärt, das amerikanische Volk habe es satt, von Clintons „verdammten E-Mails“ zu hören.

          Ein Jahr ist seitdem vergangen, und das Thema E-Mails hat sich als die verlässlichste und wohl auch unangenehmste Konstante in Clintons Wahlkampf entpuppt. Gerade für Clintons Gegner Donald Trump sind die E-Mails eine willkommene Ablenkung von seinen eigenen Skandalen, und ganz gleich, wie oft er diese Geschichte aufwärmt, seine Unterstützer werden nicht müde, bei Kundgebungen „Sperrt sie ein!“ zu skandieren. Mit der Nutzung ihres privaten E-Mail-Servers während ihrer Zeit als Außenministerin habe Clinton gegen das Gesetz verstoßen, proklamiert Trump regelmäßig in seiner gewohnten Stakkato-Rhetorik. Trumps Angriffe gipfelten im zweiten TV-Duell in der Drohung, wäre er Präsident, würde Clinton dafür im Gefängnis sitzen.

          Aber ist diese Aufregung berechtigt? Und was steht eigentlich genau in den Mails? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          Warum reden wir immer noch über die E-Mails?

          Die Hartnäckigkeit, mit der sich das Thema in den Schlagzeilen hält, hat verschiedene Gründe. Zwar wurde bereits im März 2015 bekannt, dass Clinton während ihrer Zeit als Außenministerin einen privaten E-Mail-Server genutzt hatte – obwohl das gegen die Richtlinien des Ministeriums verstieß. Jedoch schloss das FBI erst 16 Monate später, im Juli diesen Jahres, seine Untersuchungen dazu ab. In einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Untersuchung nannte der Direktor der Bundesbehörde, James Comey, Clintons Verhalten „fahrlässig“. Dennoch empfehle er dem Justizministerium nicht, Anklage zu erheben, so Comey.

          Justizministerin Loretta Lynch verzichtete daraufhin auf eine Anklage. Doch Clinton konnte nur kurz durchatmen: Keine drei Wochen später veröffentlichte die Enthüllungsplattform Wikileaks nahezu 20.000 E-Mails aus der Führungsriege des demokratischen Organisationskomitees (DNC). Russische Hacker sollen die Daten amerikanischen Sicherheitsdiensten zufolge im Auftrag des Kremls gestohlen und an Wikileaks weitergeleitet haben. Die E-Mails belegen, dass die Parteispitze Clinton von Anfang an klar für die Nominierung favorisierte und Überlegungen anstellte, wie Sanders Wahlkampf zu Clintons Gunsten manipuliert werden könnte. „Glaubt mir, so wahr ihr hier sitzt, Hillary Clinton wusste davon,“ sagte Donald Trump kurz darauf bei einer Kundgebung in Florida. Beweise dafür gibt es aber nicht.

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          Anfang Oktober dann platzte die nächste politische Bombe. Wieder waren es E-Mails, wieder veröffentlicht von Wikileaks, wieder betrafen sie die Demokraten und insbesondere Hillary Clintons Kampagne. Rund 20.000 E-Mails ihres Wahlkampfmanagers John Podesta wurden auf der Internetseite der Enthüllungsplattform veröffentlicht. Wie auch die E-Mails des DNC sollen sie von russischen Hackern gestohlen worden sein, amerikanische Sicherheitsbehörden haben das jedoch noch nicht offiziell bestätigt.

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