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Wahlen in Amerika : Nur nicht über Trump reden

John McSwain mag Country, seinen Pickup und findet eigentlich alle Politiker korrupt. Sogar Trump. Bild: Konrad Schuller

John und Richard, zwei Zimmermänner aus New Hampshire, sind schon ewig Freunde. Der eine ist Demokrat. Der andere wählt den Präsidenten.

          6 Min.

          Richard schaut zu John, John schaut zu Richard. Beide sind die Art von Männern, die wissen, wie eine Kettensäge geht. Richard ist Zimmermann und John auch. Beide haben ihren eigenen Betrieb, und beide haben ihre Häuser am Hang über dem Fluss, ein wenig außerhalb von Claremont. Seit Jahrzehnten sind sie Nachbarn und dicke Buddies. Wenn John zu Richard die Bergstraße hochfährt, um sich schnell ein Werkzeug auszuleihen für eine dieser alten Scheunen, welche die Leute jetzt wieder reparieren lassen, dann begrüßt Richards Frau Mariann ihn wie ein Familienmitglied.

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Wenn man sie zusammen sieht, den Richard Thompson mit seinem weißen Bart und den John McSwain mit seinem schwarzen, dann spürt man, wie eng sie sind. Richard hat es ja gleich gesagt: „John ist wie ein Bruder.“ Jetzt aber stehen sie im Eingang zu Richards Haus, wechseln Blicke und sagen nichts. Richard lächelt, wartet ab und schaut zu John. John lächelt und schaut zu Richard. Es geht nicht, sagt ihr Schweigen. Wir können nicht reden. Nicht über Trump.

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