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Amerikanischer Vorwahlkampf : Triumph in Zeiten des Terrors

  • -Aktualisiert am

Plädiert nach Brüssel für mehr Folter und siegt in Arizona: Donald Trump, hier am Montag in Washington Bild: AFP

Nach den Anschlägen von Brüssel spricht sich Donald Trump vehement für den Einsatz von Folter bei Verhören aus – und gewinnt prompt die wichtige Vorwahl in Arizona. Einem Mann dürfte dieses Ergebnis besonders weh getan haben.

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          John McCain weiß, wie es ist, gefoltert zu werden. Im Vietnam-Krieg wurden ihm seine Rippen gebrochen und seine Zähne ausgeschlagen. Die schlimmen Erfahrungen, die er im „Hanoi Hilton“, jenem berüchtigten Folterlager der Nordvietnamesen, machen musste, haben ihn geprägt. Heute ist der Republikaner Senator des amerikanischen Bundesstaates Arizona. Und ein großer Kritiker von Donald Trump.

          Er teile die Einschätzung vieler außen- und sicherheitspolitischer Experten, die Trumps Positionen für äußerst gefährlich halten, ließ McCain zuletzt verlauten. Die republikanischen Wähler sollten „lange und sehr genau überlegen“, bevor sie Trump ihre Stimme geben, so die Warnung des 79-Jährigen.

          Wie lange und genau die Wähler in seinem Staat überlegt haben, weiß man nicht, aber das Ergebnis ist eindeutig. Mit großem Abstand hat Trump die Vorwahl gewonnen und bekommt alle 58 Delegiertenstimmen, die in Arizona zu vergeben sind. Anders das Resultat in Utah. Dort holte sich Trumps Verfolger Ted Cruz den Sieg und, weil er mehr als fünfzig Prozent der Stimmen bekam, alle 40 zu vergebenen Delegierten. Das allerdings war auch so erwartet worden. Bei den Demokraten siegte in Arizona Hillary Clinton; ihr Kontrahent Bernie Sanders konnte Idaho für sich entscheiden und galt auch in Utah als wahrscheinlicher Sieger.

          Keine lockeren Sprüche am Wahltag

          Der Wahltag, den die amerikanischen Medien „Western Tuesday“ getauft haben, weil in gleich zwei (Republikaner) beziehungsweise drei (Demokraten) weit westlich gelegenen Bundesstaaten abgestimmt wurde, stand ganz im Zeichen der Terroranschläge von Belgien. In den Expertenrunden der großen amerikanischen Nachrichtensender, in denen an Vorwahlabenden sonst gerne auch mal der ein oder andere Witz gerissen wird, wurde auf lockere Sprüche verzichtet. Dafür wurde immer wieder nach Brüssel geschaltet. Und analysiert, wie die fünf amerikanischen Präsidentschaftsbewerber auf die Geschehnisse reagieren.

          Während sich die beiden Demokraten Hillary Clinton und Bernie Sanders wie auch der moderate Republikaner John Kasich in ihren Reaktionen vor allem bestürzt zeigten und Besonnenheit anmahnten, versuchten Trump und Cruz die islamistischen Attacken in Europa mit scharfen Tönen offenbar für ihren Wahlkampf zu nutzen. So schlug Cruz vor, Stadtviertel mit einem hohen Anteil an muslimischer Bevölkerung von der Polizei besonders intensiv überwachen zu lassen. Trump erneuerte seine Forderung, Muslimen generell die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verweigern. Vor allem aber drehten sich seine Äußerungen um das Thema Folter. Das „Problem“ sei, „dass wir nicht auf dem selben Level kämpfen“, sagte Trump in Bezug auf den „Islamischen Staat“. „Die können Köpfe abschneiden und Leute in schweren Stahlkäfigen ertränken“, während man sich selber an Gesetze halten müsse, empörte er sich. Deutlicher hätte er die Worte John McCains, dem Präsidentschaftskandidaten im Jahr 2008, nicht konterkarieren können: „Unsere Feinde agieren ohne Gewissen, wir dürfen es ihnen nicht gleichtun“, hatte der einmal gesagt.

          Trump über Abdeslam: Mit Folter hätte er schneller geredet

          Ganz anders Trump. Als Präsident würde er Verhörmethoden einführen, die „weiter als Waterboarding“ gehen würden, sagte Trump am Dienstag in vielen Interviews. Nein, die Praxis, bei der Verhörte das Gefühl haben, zu ertrinken, reiche ihm nicht. Hätte man den vor vier Tagen festgenommenen  Pariser Attentäter Salah Abdeslam richtig „in die Mangel genommen“, so Trump bei Fox News, hätten die Anschläge von Brüssel möglicherweise verhindert werden können. „Mit Folter hätte er schneller geredet“, so Trump bei CNN.

          Ob seine Wähler ihn eher wegen oder eher trotz solcher radikaler Aussagen wählen, bleibt die Frage, über die sich Meinungsforscher den Kopf zerbrechen. Fest steht: Für die Anhänger der Republikaner ist die mögliche Gefahr von Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten, das zeigen Umfragen eindeutig, ein deutlich größeres Thema als für die der Demokraten.

          Ob John McCain bei der Präsidentschaftswahl Donald Trump wählen würde? Offenbar ja. Er werde in jedem Fall für den Kandidaten der Republikaner stimmen, sagte eine Sprecherin gegenüber dem Magazin „Politico“. Aber vielleicht ändert er seine Meinung ja noch.

          Bei den Demokraten siegte Hillary Clinton in Arizona und konnte ihren Vorsprung auf Bernie Sanders ausbauen

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