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Vorwahlen in Iowa : Mit Gott für Trump

Hillary Clinton spricht in einem Familienzentrum vor einer Bowlingbahn zu den Bewohnern von Iowa.

An diesem Wochenende wird Sparks sich noch ein letztes Mal über ihre Listen beugen. Sie weiß von 147 unentschiedenen Demokraten im Ort. Außerdem gibt es 52 Wahlberechtigte, über deren Absichten sie noch gar nichts in Erfahrung bringen konnte. Schon im April, kaum dass Clinton ihre Kandidatur offiziell erklärt hatte, war Sparks gebeten worden, alte Adresslisten auf den neuesten Stand zu bringen. „In Wirklichkeit hatten wir aber schon im Sommer 2014 damit begonnen“, sagt die Rentnerin, die für den Aufwand nicht entlohnt wird. „Mit einem Call-Center kommst du in Iowa nicht weit“, erklärt sie. „Aber wenn jeder von uns mit seinen Nachbarn und Kollegen spricht, dann können wir viel erreichen.“

Julian Raven und Kraig Moss haben weder Nachbarn noch Kollegen in Iowa. Sie leben im Staat New York, wo sie sich kurz vor Weihnachten zum ersten Mal begegnet sind. Doch seit einem Monat fahren die beiden Männer mit einem Lastwagen durch Iowa und werben für Donald Trump, auf eigene Faust. Niemand gibt ihnen Geld dafür. Er folge einem göttlichen Ruf, erklärt Raven. Moss sagt, er folge Raven. Julian Raven ist gebürtiger Brite und wuchs in Spanien auf. Er malte Bilder und betrieb drei Nachtclubs in Marbella: „Sex, Drogen, Rock’n Roll und ein bisschen Kunst, das war mein Leben“, sagt Raven.

Vor zwanzig Jahren zog er nach Amerika und fand zu Gott. Eines Morgens im vorigen Herbst will er mit einer Vision aufgewacht sein. Zwei Monate lang, so schildert er es, verschanzte er sich danach in seinem Atelier, 16 Stunden am Tag. Heraus kam ein etwa zwei mal fünf Meter großes Gemälde. Es zeigt einen wütend wirkenden Adler, der mit seinen Krallen die amerikanische Flagge zu zerfetzen scheint - und daneben als Pol der Ruhe einen resoluten Donald Trump. „Furchtlos und schamlos“, hat Raven das Bild genannt. „Trump sagt, was er denkt, und er schämt sich nicht, Amerikaner zu sein“, erklärt der Künstler, der selbst erst seit wenigen Monaten Amerikaner ist. „Mal ehrlich: Dieser Kerl hat Eier aus Stahl!“

Donald Trump lebt vom Regelbruch

Je mehr er las, desto überzeugter war Raven davon, dass Gott Trump auserwählt habe, um Amerika zu retten. Er mietete den Laster, ließ sein Gemälde auf dessen Seitenwände drucken und machte sich auf die Tausend-Meilen-Reise nach Iowa. Jeden Abend betet er über Skype mit seiner Frau und seinen drei Teenagern. Um sich den Truck leisten zu können, musste Raven einiges von seinem Werkzeug verkaufen. So lernte er Kraig Moss kennen. Der Bauarbeiter mit dem Cowboyhut, der in seiner Freizeit Country-Lieder singt, kaufte ihm für 800 Dollar alte Gerätschaften ab. Moss erzählte Raven, dass er zum ersten Mal in seinem Leben wählen werde - natürlich Trump. Die Männer blieben in Kontakt.

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