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Truppenverlegung nach Europa : Zur Abwehr bereit

Verstärkung im Anmarsch: Amerikanische Soldaten entladen Ende Oktober schweres Gerät in Litauen. Bild: AFP

Das amerikanische Heer verlegt im nächsten Frühjahr Tausende Soldaten zum Manöver nach Europa. Russland soll wissen: Wir wollen und wir können noch.

          5 Min.

          Es könnte mit Störungen des elektronischen Bankverkehrs und Falschmeldungen über Gewalt gegen russische Minderheiten beginnen. Dann könnten inszenierte Demonstrationen folgen, die in Straßenkämpfe münden, bewaffnete „Freiwillige“, die in Phantasieuniformen zum angeblichen Schutz von Frauen und Kindern über die Grenze eilen, und schließlich eskaliert der ganze Militäraufmarsch entlang dieser Grenze. Solche Szenarien gibt es. Sie beunruhigen Estland, Lettland und Litauen. Und sie fordern eine Antwort von Europa. Und von den Vereinigten Staaten.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Ist Amerika auch in Zukunft bereit, Europa im Notfall gemeinsam gegen Angriffe zu verteidigen? Wenn man sich dabei bloß auf das verlassen könnte, was Präsident Donald Trump in letzter Zeit sagt und tut, wären Zweifel angebracht. Seine geradezu notorischen Beschuldigungen Deutschlands wegen ungenügender Beiträge zum nordatlantischen Bündnis, seine Erpressungsgesten, die Unzuverlässigkeit seiner Außenpolitik sind beunruhigende Zeichen eines grundlegenden Wandels. Trumps Verrat an den kurdischen Verbündeten gegen den „Islamischen Staat“ (IS), unter anderem mit der Begründung, die Kurden hätten 1944 nicht mit den Alliierten in der Normandie gekämpft, hat für Irritation gesorgt – im Baltikum für Besorgnis. Die Streitkräfte in Estland, Lettland und Litauen, zusammen etwas mehr als eine Division, könnten einem Angreifer allein höchstens ein paar Tage standhalten. Die Nato ist ihre ganze Hoffnung.

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