https://www.faz.net/-gpf-9hxan

Amerikas Militär : Trump will auch Truppen aus Afghanistan abziehen

  • Aktualisiert am

Archivbild von 2015: Amerikanische Soldaten in der afghanischen Provinz Nangarhar. Bild: AFP

Nach dem Abzug aus Syrien will Donald Trump auch Amerikas Soldaten aus Afghanistan zurückholen. Es soll sich um einen „bedeutenden Abzug“ handeln.

          1 Min.

          Neben dem Abzug ihrer Soldaten aus Syrien will die amerikanische Regierung Medienberichten zufolge auch die eigene Truppenstärke in Afghanistan deutlich reduzieren. „Diese Entscheidung wurde getroffen. Es wird einen bedeutenden Abzug geben“, sagte ein Regierungsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Das „Wall Street Journal“ meldete am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf nicht näher genannte Regierungsbeamte, etwa die Hälfte der 14.000 amerikanischen Soldaten in Afghanistan solle abgezogen werden.

          Präsident Donald Trump habe das Verteidigungsministerium bereits angewiesen, den Truppenabzug einzuleiten. Das Pentagon selbst habe sich dazu nicht äußern wollen, hieß es weiter. Auch der Fernsehsender CNN und die „New York Times“ berichteten von entsprechenden Plänen der Trump-Administration.

          Harsche Kritik aus dem In- und Ausland

          Trump hat schon seit langem vor, amerikanische Truppen aus Afghanistan abzuziehen, hatte sich jedoch von seinem Verteidigungsminister James Mattis davon überzeugen lassen, die Zahl der Soldaten dort zunächst noch aufzustocken. Den Berichten zufolge schlägt Trump nun wieder seinen ursprünglichen Kurs ein.

          Erst am Mittwoch hatte der Präsident angekündigt, alle 2000 amerikanischen Soldaten aus dem Bürgerkriegsland Syrien nach Hause zu holen – mit der Begründung, dass die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) dort komplett besiegt sei. Dies löste im In- und Ausland Irritationen und harsche Kritik aus. Fachleute halten den IS keineswegs für besiegt und einen Abzug aus Syrien für hochgefährlich. Nach Darstellung mehrerer Medien hatte Trump den Abzug aus Syrien gegen den ausdrücklichen Rat von Mattis wie auch von Außenminister Mike Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton beschlossen.

          Mattis kündigte am Donnerstagabend seinen Rückzug aus dem Kabinett an – wegen Meinungsverschiedenheiten mit Trump. Amerikanischen Medien zufolge soll Trumps Syrien-Entscheidung eine wesentliche Rolle bei Mattis’ Schritt gespielt haben. Auch eine deutliche Reduzierung der Truppen in Afghanistan dürfte auf einige Kritik stoßen.

          Weitere Themen

          Trump auf dem Rückzug

          Einsatz in Syrien : Trump auf dem Rückzug

          Zahlreiche amerikanische Soldaten überschreiten die Grenze in den Irak. Doch noch könnte es sein, dass Amerikas Präsident seinen vollständigen Abzug ein zweites Mal relativiert.

          Topmeldungen

          Annegret Kramp-Karrenbauer : Sie setzt alles auf eine Karte

          Sollte die Verteidigungsministerin einmal Kanzlerin sein, wird sie für den Mut gepriesen werden, den sie mit ihrem Syrien-Vorstoß beweist. Sollte sie es nicht werden, wird der Vorschlag ein Beispiel dafür sein, dass sie sich übernommen hat. Eine Analyse.
          Von Antifeminismus über Verschwörungstheorien bis zu Hass auf Juden: Im Netz fällt extremistische Saat schnell auf fruchtbaren Boden.

          Nazis im Netz : So ködern Extremisten Jugendliche im Internet

          Jeder vierte Jugendliche ist anfällig für Populismus. Besonders im Netz werden junge Menschen schnell zu leichter Beute. Hat Horst Seehofer recht, wenn er die Gaming-Szene stärker beobachten will?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.