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Machtwechsel in Amerika : Zahlreiche Botschafter werden vor Trumps Amtsantritt zurückgerufen

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Die US-Botschaft in Berlin in der Nähe des Reichtagsgebäudes (Aufnahme vom 28.10.2013) Bild: dpa

Keine Karenzzeit mehr: Trump bricht mit einer präsidialen Tradition und verlangt von Obamas „politischen“ Botschaftern, ihre Posten bis zu seinem Amtsantritt zu räumen. Das hat Konsequenzen für Amerikas Außenpolitik.

          Viele amerikanische Botschafter müssen nach einem Medienbericht ihre Auslandsposten schon kurzfristig bis zum Amtsantritt des künftigen Präsidenten Donald Trump am 20. Januar räumen. Das Außenministerium habe am 23. Dezember ein entsprechendes Telegramm im Namen von Trumps Übergangsteam verschickt, wie die Zeitung „New York Times“ am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf anonyme amerikanische Diplomaten berichtete.

          Der Schritt betrifft demnach alle politisch ernannten Botschafter. Dabei handelt es sich um Gesandte, die oft wegen enger Verbindungen zum Präsidenten ernannt und bei dessen Abgang ersetzt werden. Diese „politischen“ Botschafter machen nach Zahlen der amerikanischen Diplomatenvereinigung AFSA mehr als ein Drittel der Botschafter aus, die der scheidende Präsident Barack Obama ernannt hat. Die Übrigen sind Karrierediplomaten, die bei Regierungswechseln häufig im Amt bleiben.

          Es handele sich bei der Abberufung nicht um eine „böswillige Entscheidung“, sagte ein wichtiges Mitglied von Trumps Übergangsteam der „New York Times“. Man wolle lediglich sichergehen, dass die von Obama ernannten Botschafter ihre Ämter pünktlich zum Regierungswechsel aufgäben wie dies auch andere Regierungsmitarbeiter tun müssten.

          Frühere Regierungen beider großer Parteien haben dem Bericht zufolge einzelnen Botschaftern eine Karenzzeit gewährt, besonders wenn sie Kinder hatten, damit diese nicht abrupt die Schule wechseln mussten. Dem der „New York Times“ zufolge knapp gehaltenen Schreiben zufolge gebe es nun keine Ausnahmen mehr.

          Bis die Nachfolger der scheidenden Diplomaten vom Senat bestätigt werden, könnten nun wichtige Posten etwa in Deutschland, Kanada oder Großbritannien monatelang unbesetzt bleiben. Trump übernimmt das Amt des Präsidenten am 20. Januar von Barack Obama.

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