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Amerikanische Luftwaffe sagt : Standort Spangdahlem bleibt erhalten

  • Aktualisiert am

Ein Transportflugzeug von Typ C-5 Galaxy startet vom amerikanischen Militärflughafen Spangdahlem. Bild: dpa

Amerikas Luftwaffe geht davon aus, ungeachtet des von der Regierung Trump avisierten Truppenabzugs ihre Basis weiterzubetreiben. Die Landesregierung in Mainz will alles dafür tun.

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          Der amerikanische Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in der Eifel bleibt nach Angaben der Luftwaffe der Vereinigten Staaten trotz der geplanten Verlegung von Soldaten erhalten. „Derzeit gibt es keine Pläne, Spangdahlem zu schließen“, teilte der Kommodore des in Spangdahlem stationierte 52. Jagdgeschwaders, David Epperson, auf der Homepage seines Geschwaders mit.„Gegenwärtig gibt es keine Pläne, Spangdahlem zu schließen“, so der Oberst. Das Geschwader habe immer noch eine wesentliche Aufgabe zu erfüllen.

          Die 480. Kampfstaffel und Teile des 52. Jagdgeschwaders sollen nach Angaben der Luftwaffenbasis nach Italien verlegt werden. Damit würden die Kampfflugzeuge schneller an die Südostflanke des Bündnisses gelangen können. Der Auftrag des Geschwaders in Spandahlem, so Epperson, bleibe dennoch erhalten. „Die Mission hier endet nicht mit dem Umzug der Flugstaffel oder anderer Einheiten, die von diesem Richtungswechsel betroffen sein könnten“, sagte Epperson. „Die Mehrheit der Luftwaffenangehörigen, die dem 52. Jagdgeschwader zugeordnet sind, unterstützt diese Aspekte der Mission und wird nicht von Spangdahlem umziehen.“

          Die Vereinigten Staaten hatten am Mittwoch angekündigt, die in Spangdahlem stationierte Staffel von Kampfflugzeuge mit gut 20 F-16 samt Besatzung, Mechanikern und Unterstützungskräften nach Italien zu verlegen. Zum Fliegerhorst zählen laut amerikanischer Luftwaffe rund 4000 Soldaten. Der Stützpunkt ist auch Arbeitgeber für etwa 800 deutsche Zivilbeschäftigte. Die Nachricht hatte in der Region Betroffenheit und Verunsicherung ausgelöst.

          Epperson sagte, viele Leute hätten „ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Installation schließt, wenn das Kampfgeschwader umzieht. Das ist nicht der Fall.“ Er fügte hinzu: „Wir bleiben unseren Freunden und Partnern in der lokalen Gemeinschaft verpflichtet, die unsere Präsenz in der Eifel seit Jahrzehnten unterstützen, und freuen uns darauf, diese Beziehungen weiter aufzubauen.“

          Auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz geht davon aus, dass der Flugplatz  bestehen bleibt. Die Landesregierung werde dafür alles tun, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. In den vergangenen 15 Jahren hätten die Amerikaner weit mehr als 400 Millionen Dollar in den Standort Spangdahlem investiert.

          Die Regierung Trump will ein Drittel ihrer in Deutschland stationierten Truppen abziehen. Nach den Plänen sollen gut die Hälfte der rund 12.000 betroffenen Soldaten zunächst in die Vereinigten Staaten zurückgeholt, weitere 5600 in andere Nato-Länder verlegt werden. Neben Spangdahlem in Rheinland-Pfalz betroffen sind auch das bayerische Vilseck am Truppenübungsplatz Grafenwöhr und die beiden Kommandozentralen für Europa und Afrika in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.

          Den Plänen der Regierung muss allerdings noch der Kongress zustimmen. Eine Mehrheit dafür ist nicht gesichert.

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