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Vereinigte Staaten : Die Gewinner der Steuerreform sind die Unternehmen

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Wahlversprechen gehalten: Donald Trump nach der Unterzeichnung seiner Steuerreform im Weißen Haus Bild: dpa

Wer seine Steuer früh gemacht hat, bekommt in diesen Tagen zum ersten Mal die Effekte der Steuerreform von Donald Trump zu spüren. Eine Menge Amerikaner hat das Ergebnis erschreckt, doch so einfach lässt sich kein Urteil über die Neuerungen fällen.

          Die Tax Season – Steuer-Saison – ist die Zeit, in der viele Familien in Amerika eine zusätzliche Finanzspritze gewohnt sind. Gerade Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen bauen auf die Steuererstattungen, die bislang durchschnittlich bei etwa 2.800 Dollar lagen. Davon zahlen sie Kredite ab, machen notwendige Reparaturen am Haus, stocken die Ersparnisse für die Ausbildung der Kinder auf. Doch in diesem Jahr bekamen viele Bürger wesentlich weniger vom Finanzamt zurück. „Amerikaner sind geschockt von den Auswirkungen von Trumps Steuergesetz“, meldete etwa der TV-Sender CNBC kürzlich. Mit den ersten Steuerbescheiden nach der Reform erlebe die Mittelschicht eine böse Überraschung. Die durchschnittliche Rückzahlung sei auf unter 2000 Dollar geschrumpft – und viele Familien schuldeten dem Finanzamt plötzlich Geld.

          Auf Twitter kündigten republikanische Wähler Präsident Donald Trump wütend die Gefolgschaft. Die „Washington Post“ berichtete, die Amerikaner würden wahrscheinlich insgesamt fünf Milliarden Dollar weniger Steuerrückzahlungen erhalten. Gleichzeitig habe ein Unternehmen wie Amazon im vergangenen Jahr keine Unternehmenssteuer gezahlt – und General Motors habe trotz Milliardengewinnen eine Erstattung von hundert Millionen Dollar bekommen. Für die „Post“-Kommentatorin Helaine Olen stand fest, dass die niedrigeren Rückerstattungen den „Betrug Steuerreform“ demaskierten.

          Dabei gab es für 80 Prozent der Bürger im Jahr 2018 tatsächlich einen Rückgang bei der Einkommensteuer, fünf Prozent zahlten mehr, berichtete das Magazin „Politico“. Der Aufschrei in den sozialen Medien kam vor allem daher, dass Amerikaner mit den teilweise hohen Erstattungen planen. Und da das System umgestellt wurde, behielten viele Arbeitgeber nicht mehr so hohe Steuern ein, so dass nun auch die „refunds“ geringer ausfielen. Doch die meisten Bürger hatten dadurch eben auch monatlich höhere Gehaltschecks, argumentieren Fachleute. Und in den letzten zwei Wochen sind die Steuerrückzahlungen um durchschnittlich über ein Prozent angestiegen – tatsächlich war es früh in der Steuer-Saison, als viele Bürger ihrem Ärger bei Twitter Luft machten. Das sind gute Nachrichten für die Republikaner, die das Gesetz auch mit dem Argument durchbrachten, es werde der Mittelschicht nutzen.

          Wohlhabende profitieren am meisten

          Verlierer sind dagegen diejenigen, die in Bundesstaaten wie New York und Kalifornien hohe Steuern auf Wohn- oder Grundstückseigentum und regionale Einkommensteuer zahlen. Sie können sich nun erheblich weniger davon bei der Steuererklärung fürs Bundes-Finanzamt anrechnen lassen – und zahlen dementsprechend mehr Steuern. Das betrifft besonders viele Menschen in Staaten, die eher demokratisch wählen.

          Und die Wohlhabenden im Land profitieren nach Ansicht vieler Kritiker am meisten von den neuen Regeln. Ganze 83 Prozent der Steuerersparnisse würden an das reichste eine Prozent der Gesellschaft gehen, schimpfte etwa Bernie Sanders am vergangenen Montag in seiner ersten „Townhall“-Sendung bei CNN. Der parteilose Senator aus Vermont, der 2020 gern für die Demokraten gegen Trump antreten würde, vereinfachte das Problem dabei. Die Steuervorteile, beispielsweise großzügigere Abschreibungsregeln, laufen für die Mittelschicht tatsächlich 2027 aus, für Unternehmen nicht. Das Forschungsinstitut „Tax Policy Center“ gab Sanders Recht – aber nur für 2027 und die folgenden Jahre, wenn der Kongress die Regelungen bis dahin nicht wieder ändere.

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