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Unruhen und Coronakrise : Amerikanischer Irrsinn

Schwarze Miliz in Louisville: Bewaffnete Mitglieder der „Not Fucking Around Coalition“ marschieren durch die Stadt in Kentucky. Bild: AFP

Das Fundament der Vereinigten Staaten ist brüchig geworden. Wer ist in der Lage, den Anfang für eine innere Versöhnung zu machen, das Band der Einheit neu zu knüpfen?

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          Corona, Massenarbeitslosigkeit, von Gewalt begleitete Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, der heraufziehende Großkonflikt mit China – jede dieser Krisen verlangte schon für sich genommen Politik und Gesellschaft alles ab. Zusammen dürfte es sie überfordern, zumal die politische und soziale Polarisierung sich ja weiter verschärft und der Präsident, je nach Laune und Stand in den Umfragen, Öl in die vielen Feuer gießt, lieber dämonisiert als versöhnt. Es ist kein Wunder, dass von außen heute viele auf Amerika mit Schrecken, Fassungslosigkeit und Bedauern blicken.

          Bilder, die den unguten Zustand des Landes illustrieren, lieferte am Wochenende die Stadt Louisville. Da zogen schwerbewaffnete „schwarze“ Milizen auf, einige Straßenzüge weiter demonstrierten schwerbewaffnete „weiße“ Milizen, durch Polizeisperren voneinander getrennt. Die einen wie die anderen machen geltend, sie nähmen bloß ihre verfassungsmäßigen Rechte wahr. Das mag so sein, aber politisch, gesellschaftlich und alltagsweltlich ist das Irrsinn. Das Fundament der Vereinigten Staaten ist brüchig geworden; Aufzüge martialisch gekleideter Schwerbewaffneter aus dieser oder jener extremistischen Ecke machen es nicht stabiler. Wer ist in der Lage, den Anfang für eine innere Versöhnung zu machen, die Gegensätze langsam abzutragen und das Band der inneren Einheit neu zu knüpfen? Ein neuer Präsident? Das wäre nur der Anfang. Die Krise Amerikas ist nicht mit einem Personalwechsel an der Spitze allein zu überwinden.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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