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Umstrittener ehemaliger General  : Trump will offenbar Flynn als nationalen Sicherheitsberater 

  • Aktualisiert am

Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt mit Generalleutnant Michael Flynn Bild: Reuters

Ein ranghoher ehemaliger General soll Donald Trump künftig in Sicherheitsfragen beraten. Michael Flynn sorgte mit einem fragwürdigen Auftritt in Moskau für Aufregung. Trump hat aber auch ein Angebot für einen parteiinternen Kritiker.

          Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump will Berichten zufolge einem ehemaligen Militär den einflussreichen Posten des nationalen Sicherheitsberaters anbieten. Trump habe sich für den früheren Generalleutnant Michael Flynn entschieden, berichteten  „New York Times“, „Washington Post“ und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Flynn war früher Direktor des Militärgeheimdienstes DIA und beriet Trump bereits während des Wahlkampfes in Sicherheitsfragen. Er trat auch oft als Vorredner auf. Eine mit Trumps Angebot vertraute Person sagte laut Reuters nun auf die Frage, ob Flynn den Posten annehmen werde: „Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten jemanden bittet zu dienen, gibt es nur eine Antwort darauf.“

          Der ranghohe Militär wurde 2014 nach eigener Darstellung in den Ruhestand gedrängt, weil er unbequeme Wahrheiten über den Kampf gegen islamische Extremisten aussprach. Seine Kritiker machen dagegen seinen Führungsstil dafür verantwortlich. So stieß seine geplante Reform der Geheimdienstbehörde DIA auf viel Widerstand.

          Treffen mit Romney

          Flynn war im vergangenen Jahr unter Druck geraten, nachdem er neben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einer Gala des russischen Propagandasenders „Russia Today“ (RT) in Moskau auftrat. Flynn gab zu, dafür bezahlt worden zu sein und verteidigte sich mit der umstrittenen Aussage, er sehe keinen Unterschied zwischen RT und amerikanischen Nachrichtensendern wie CNN.

          Flynn hat in manchen Punkten andere Ansichten als Trump. So ist er gegen ein generelles Aufnahmestopp für Muslime. Lediglich solche aus Kriegsgebieten sollten erste einmal nicht mehr in die Vereinigten Staaten kommen dürfen. Dem Politik-Online-Dienst „Politico“ sagte er, dass der eigentliche Islam an sich nicht das Problem sei. Es gebe jedoch eine extremistische Strömung, vor allem den Salafismus, den Flynn im Irak und in Afghanistan ausführlich kennen gelernt hat, die „ein Krebs innerhalb des Islam“ sei. Die Obama-Administration weigere sich jedoch beharrlich, dies anzuerkennen.

          Er habe durch viele Verhöre erkannt, dass Al Quaida eigentlich nicht aus Menschen bestehe, sondern eine Ideologie rund um eine bestimmte Version des Islams sei. Diese beinhalte ein politisches Glaubenssystem, welches alles bestimmen wolle und dabei auch bereit sei, mit extremer Gewalt vorzugehen.

          Trump stellt gerade ein Team für die Regierungsübernahme am 20. Januar zusammen. Die Besetzung vieler wichtiger Posten ist noch nicht bekannt. Als Anwärter für das Amt des Außenministers gelten etwa der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, und der frühere UN-Botschafter John Bolton.

          Auf der Suche nach Mitarbeitern geht Trump auch auf parteiinterne Widersacher zu. Wie die Sender CNN und NBC berichteten, plant Trump für das Wochenende ein Treffen mit dem früheren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, der als einer der schärfsten Kritiker Trumps gilt. Im März hatte er den Immobilienmilliardär als „Angeber und Hochstapler“ angegriffen und die Parteimitglieder aufgerufen, jedem anderen Bewerber um die offizielle Kandidatur ihre Stimme zu geben – nur nicht Trump. Das Treffen am Samstag wird deswegen als Friedensangebot des Wahlsiegers gewertet. Geplant sei ein allgemeines Gespräch, sagte eine mit dem Treffen vertraute Person. Demnach könnte es aber auch darum gehen, ob Romney möglicherweise Außenminister werden könnte.

          Trump trifft Japans Premierminister Abe im „Trump Tower“.

          Am Donnerstag traf sich Trump in seiner New Yorker Zentrale, dem Trump Tower, zum ersten Mal seit der Wahl mit einem ausländischen Regierungschef: Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe berichtete von einem offenen und herzlichen Gespräch. Er sei zuversichtlich, ein vertrauensvolles Verhältnis zu Trump aufbauen zu können.

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