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Ukraine-Affäre : Stabschef Mulvaney bringt Trump in Erklärungsnot

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Der geschäftsführende Stabschef des Weißen Hauses sagt vor der Presse etwas, das er später zurücknimmt: Die amerikanische Regierung habe 400 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine zurückgehalten. Damit liefert Mulvaney den Demokraten eine Steilvorlage.

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          Der geschäftsführende Stabschef von Amerikas Präsident Donald Trump, Mick Mulvaney, hat das Weiße Haus mit widersprüchlichen Aussagen in der Ukraine-Affäre in Erklärungsnot gebracht. Mulvaney räumte am Donnerstag bei einem seltenen Auftritt in Washington ein, dass die amerikanische Regierung eine vom Kongress beschlossene Auszahlung von Militärhilfen für die Ukraine zeitweise gezielt zurückgehalten habe – und zwar auch mit Blick auf angebliche Vorkommnisse im Umfeld der Präsidentschaftswahl 2016.

          Die Auszahlung der knapp 400 Millionen amerikanischen Dollar an das osteuropäische Land hätten die Vereinigten Staaten mit drei Anliegen verknüpft, sagte Mulvaney. Es habe Bedenken gegeben wegen der Korruption in dem Land und wegen der mangelnden finanziellen Unterstützung anderer Staaten für die Ukraine. Außerdem sei es darum gegangen, ob die Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer „Ermittlung unseres Justizministeriums“ zur Wahl 2016 kooperiere, sagte Mulvaney. Ein Geben und Nehmen sei in der Außenpolitik üblich.

          Hinter Mulvaneys Verweis auf die Präsidentschaftswahl 2016 steckt eine in konservativen Kreisen kursierende Verschwörungstheorie, wonach in der Ukraine ein Server versteckt gewesen sein soll, auf dem sich angeblich für die Demokratische Partei belastendes Material befand. Für die Theorie gibt es keine Belege.

          Die blockierte Militärhilfe für die Ukraine ist Teil der Ermittlungen der amerikanischen Demokraten im Repräsentantenhaus für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Im Raum steht der Vorwurf, dass der republikanische Präsident die Macht seines Amtes nutzte, um die Ukraine zu Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden zu bewegen, einen der aussichtsreichsten Präsidentschaftsbewerber der Demokraten. Die Militärhilfe soll dabei den Demokraten zufolge als Druckmittel gedient haben.

          „Das zurückgehaltene Geld hatte absolut nichts mit Biden zu tun“, sagte Mulvaney zwar. Allerdings legte seine Aussage nahe, dass durchaus ein parteipolitisches Motiv hinter der Entscheidung stand, die Militärhilfen vorerst zu stoppen.

          Mulvaneys Aussage machte Schlagzeilen in den Vereinigten Staaten und wurde von Kritikern als belastend für Trump gewertet. Der Stabschef sah sich daraufhin zu einer schriftlichen Stellungnahme bemüßigt. Seine Äußerungen seien falsch dargestellt worden, erklärte er am Donnerstagabend (Ortszeit). Es habe keinerlei Gegenleistung für die Militärhilfen zugunsten der Ukraine im Zusammenhang mit Untersuchungen zur Wahl von 2016 gegeben.

          „Der Präsident hat mir nie gesagt, ich solle Geld zurückhalten, bis die Ukrainer irgendwas mit Blick auf den Server unternommen haben“, versicherte Mulvaney. Ausschlaggebend seien allein Bedenken gewesen, dass andere Länder nicht in gleichem Maße wie die Vereinigten Staaten Militärhilfen an Kiew zahlten und es in dem Land Probleme mit Korruption gebe.

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