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TV-Duell der Republikaner : Jetzt geht es um alles!

  • -Aktualisiert am

Wer wird der Kandidat der Republikaner? Bild: dpa

Bei den Republikanern kämpft jeder gegen jeden: Marco Rubio steht unter immensem Druck, Ted Cruz kämpft um Aufmerksamkeit. Und Donald Trump? Hat vor dem Super Tuesday nur noch einen Gegner. FAZ.NET unterzieht alle Kandidaten einem Schnell-Check.

          Am Abend steigt in Houston die letzte TV-Debatte der Republikaner vor dem „Super Tuesday“. Spannung ist garantiert, denn alle haben etwas zu verlieren. Bisher liegt Trump mit 81 Delegierten vorn, gefolgt von Rubio und Cruz mit 17. Das bedeutet aber noch nichts, denn für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat braucht es 1237 Delegiertenstimmen. Worauf es zu achten gilt? Der Kandidaten-Überblick von FAZ.NET

          Marco Rubio (44 Jahre, Senator aus Florida)

          Ausgangslage: Angespannt. Nach einem dritten Platz in Iowa, einem fünften Platz in New Hampshire, und zwei zweiten Plätzen in South Carolina und Nevada müssen am „Super Tuesday“ nun wirklich die ersten Erfolge her. Dass sich viele Establishment-Republikaner zuletzt auf seine Seite geschlagen haben, scheint für Rubio Chance und Belastung zugleich.

          Größte Rivalen: John Kasich, Ted Cruz und Ben Carson. Um wirklich der große Gegenspieler von Trump zu werden, der er schon jetzt vorgibt zu sein, muss Rubio erst einmal all die anderen Kontrahenten aus dem Feld räumen. Das dürfte schwierig werden. Und in einer einzelnen TV-Debatte kaum zu schaffen sein.

          Unterhaltungsfaktor: Eher gering. Wenn Rubio seine Rede-Versatzstücke zum Besten gibt, erinnert er ein wenig an einen High-School-Streber, der nach der letzten Unterrichtsstunde noch für die Rhetorik-AG übt. Das wäre nicht weiter der Rede wert, hätte er nicht bei der vorletzten TV-Debatte die selben auswendig gelernten Sätze aus Versehen gleich dreimal hintereinander abgespult. Peinlich war das. Aber auch erfrischend menschlich.

          Ted Cruz (45 Jahre, Senator aus Texas)

          Ausgangslage: Problematisch. Nach seinem Auftakt-Sieg in Iowa zu Beginn des Monats läuft es nicht mehr rund für den erzkonservativen Senator. Dass ihn in Washington niemand leiden kann, sollte eigentlich seine große Trumpfkarte in diesem Wahlkampf werden. Doch er hatte die Rechnung ohne seinen größten Rivalen gemacht.

          Größter Rivale: Donald Trump. Er hat Cruz auf der nach oben offenen Anti-Establishment-Skala schon lange übertroffen. Unwahrscheinlich, dass sich die Republikaner daher auf ein parteiinternes Finale zwischen den Außenseitern Cruz und Trump einlassen werden. Cruz, der im Gegensatz zu Trump mit der amerikanischen Verfassung unterm Kopfkissen zu schlafen scheint, wird es trotzdem versuchen – bei seinem Heimspiel in Texas.

          Unterhaltungsfaktor: Überraschend hoch. Freunde, der gepflegten Gemeinheiten, die bei Cruz vor allem gezischt und mit erhobenem Zeigefinger daherkommen, kommen bei ihm voll auf ihre Kosten. Manchmal scheint es, als sei Cruz fast ein wenig traurig darüber, dass er so intelligent ist und ihm deshalb das Joviale ein wenig abgeht. Den Debatten gibt seine säuerliche Art aber die nötige Schärfe.  

          John Kasich (63 Jahre, Gouverneur von Ohio)

          Ausgangslage: Chancenlos. Oder etwa doch nicht? In Nevada wurde er Letzter, aber dort hatte er auch kaum um Wählerstimmen geworben. Der Mann, der Anfang der Woche wegen eines Macho-Spruchs durch den medialen Kakao gezogen wurde, wird bei der heutigen Debatte versuchen, sich als Mann der Mitte zu präsentieren. Wenn die anderen ihn lassen.

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