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Truppenabzugspläne : Trump gefährdet Amerikas Sicherheit

Amerikanische Soldaten im bayerischen Hohenfels Bild: dpa

Sechs Republikaner erteilen ihrem Präsidenten eine Nachhilfelektion im Fach Strategie. Trumps Drang, die Beziehungen zu Amerikas Verbündeten zu ruinieren, stößt an Grenzen. Gut so.

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          Auch ehemalige hohe Militärs, die in Europa stationiert waren, kritisieren die Pläne des Präsidenten Donald Trump, knapp 10.000 amerikanische Soldaten aus Deutschland abzuziehen, besonders heftig. Das Abzugsvorhaben verrate eine „totale“ Ahnungslosigkeit, warum die Soldaten in Deutschland seien: Sie seien dort, sagt beispielsweise der frühere Kommandeur der amerikanischen Landstreitkräfte in Europa Ben Hodges, nicht um Deutschland zu verteidigen, „sondern sie sind für uns dort“. Sie dienen also amerikanischen Interessen.

          Präsident Trump und seinem loyalen Einflüsterer Richard Grenell, der bis vor kurzem Botschafter in Berlin war, scheint das irgendwie entgangen zu sein. Oder sie wollen das einfach nicht verstehen. Sie sind lieber darauf aus, Deutschland durch Truppenentzug zu bestrafen: für die (nicht nur) aus ihrer Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben, für das Nord-Stream-2-Projekt, für den Exportüberschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten und wer weiß für was sonst noch alles.

          Nachhilfelektion im Fach Strategie

          Tatsächlich formiert sich jetzt auch Widerstand im Kongress. Selbst die Republikaner geben zu erkennen, dass sie nicht nur dazu da sind, Konfetti zu werfen oder Spalier für den Präsidenten zu stehen. Der Brief, den jetzt mehrere Abgeordnete des Repräsentantenhauses an das Weiße Haus richteten, ist nichts anderes als eine (Nachhilfe-)Lektion im Fach Strategie. Ihre Kritik läuft, kurz gesagt, darauf hinaus, dass ein Abzug die strategischen Interessen der Vereinigten Staaten gefährden, den Zusammenhalt in der Nato schwächen sowie Russland und China dazu ermuntern würde, Risse im transatlantischen Verhältnis für ihre Zwecke auszunutzen. Natürlich stellt die amerikanische Präsenz auch eine Rückversicherung für Deutschland dar, aber eben bei weitem nicht nur.

          Man darf vermuten, dass auch im Pentagon und im Stab des Nationalen Sicherheitsberaters die Sache so gesehen wird. Und wahrscheinlich ist das letzte Wort zum Abzug noch nicht gesprochen worden. Jedenfalls kann man feststellen, dass es im Kongress noch immer Kräfte in beiden Parteien gibt, denen die transatlantische Verbindung nicht gleichgültig ist. Das bedeutet nicht, dass sie gegen Elemente der Außen-, Energie- und Sicherheitspolitik Deutschlands nichts einzuwenden hätten; das haben sie, und gewiss nicht immer zu Unrecht. Das Thema Lastenteilung wird erst dann sein Vergiftungspotential verlieren, wenn Deutschland und andere europäische Verbündete wieder handlungsfähige Partner sind. Aber Trumps Drang, die Beziehungen zu diesen Verbündeten dauerhaft unter Spannung zu stellen, ja zu ruinieren, wie und wo er kann, stößt an Grenzen. Das ist gut.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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