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Alte neue Krisenherde : Trumps Schurkenstaaten

Bedrängt von Iran und Nordkorea: Donald Trump Bild: Reuters

Donald Trump hatte nur Hohn und Spott für seine Vorgänger übrig. Mit seiner Methode ist er aber keinen Schritt weiter gekommen. Im Gegenteil.

          1 Min.

          Donald Trump macht im Moment Erfahrungen, die auch seine Vorgänger mit „Schurkenstaaten“ – das Wort ist aus der Mode gekommen – gemacht hatten. Iran und Nordkorea (in einer Nebenrolle der Irak) fordern die Vereinigten Staaten und damit einen Präsidenten heraus, der vor einem Verfahren zur Amtsenthebung steht und der im November wiedergewählt werden will.

          Die Führung in Teheran strebt nach Dominanz am Golf und sucht Einfluss und Kontrolle in der Region immer weiter auszudehnen. Der nordkoreanische Diktator droht Amerika mit einer neuen strategischen Waffe. Die Schalmeienklänge von Freundschaft und Aufbau auf der Koreanischen Halbinsel sind verstummt; kein Wort mehr von Entnuklearisierung.

          Und so beginnt das neue Jahr für Trump mit der Befeuerung zweier Krisenherde. Seine Strategie, „maximalen Druck“ auf Iran auszuüben, damit dessen Führung im Atomkonflikt nachgibt, bringt nicht das gewünschte Resultat. Im Gegenteil: Teheran provoziert oder lässt provozieren. Die Taktik der Personalisierung und der Schmeichelei im Atomkonflikt mit Nordkorea haben auch nicht gefruchtet.

          Trump, der für seine Vorgänger vor allem nur Spott und Verachtung übrig hat, steht vor der gleichen Frage wie diese: Wie weit muss man den Forderungen dieser Länder entgegenkommen, um das eigene Ziel, die Eliminierung einer atomaren Bedrohung, (halbwegs) zu erreichen? Die Aufgabe des Atomvertrags mit Iran seitens der Vereinigten Staaten war jedenfalls nicht zielführend.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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