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Korea-Gipfel : Wie erfolgreich ist Trumps Strategie der Unberechenbarkeit?

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Aktuelle Geheimdienstberichte zeigten außerdem, dass Nordkorea kein Interesse daran habe, seine Atomwaffen-Ambitionen vollständig aufzugeben. Auch viele Republikaner sind skeptisch. Floridas Senator Marco Rubio etwa sagte am vergangenen Sonntag, er glaube nicht an Nordkoreas Bereitschaft, abzurüsten. Jonathan Pollack von der „Brookings Institution“ sagte: „So kurz vor dem Gipfel gibt es immer noch keinen Hinweis darauf, dass sich Washington und Pjöngjang auch nur auf eine gemeinsame Definition von atomarer Abrüstung einigen können.“

Laut dem Magazin „The Daily Beast“ gibt es außerdem Zweifel an der Zerstörung der Atomanlage, die Nordkorea kürzlich vor Journalisten vornahm. Das „Middlebury Institute for International Studies“ habe Satellitenbilder bekommen, die darauf hinwiesen, dass die Anlage vorher gesäubert und Materialien auf Lastwagen abtransportiert wurden.

Trump lobt seine eigene Strategie

Donald Trump verbreitet unterdessen weiter Optimismus, was den Gipfel angeht. Er legt Wert darauf, dass er mit seinem Zick-Zack-Kurs planvoll und erfolgreich gehandelt hat – immerhin könne die Zusammenkunft nun stattfinden. Auch die drohenden Töne seines Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton, der in den vergangenen Jahren auch schon mal öffentlich über Präventivschläge gegen Nordkorea sinnierte, sind dem Präsidenten zufolge Teil einer wohl kalkulierten Strategie: „Großartiger John Bolton“, sagte er auf einer Veranstaltung in Nashville am Dienstag. Die Nordkoreaner würden immer wieder auf Boltons harte Töne reagieren, Trump selbst stehe daneben quasi besser da: „Sie denken, er ist so böse und hart, dass ich ihn zurückhalten muss.“

Trumps Anhänger hatten sich bei den ersten Gipfel-Ankündigungen weit aus dem Fenster gelehnt und den amerikanischen Präsidenten schon zu einem Anwärter für den Friedensnobelpreis erklärt. Trump muss die Erwartungen inzwischen eher dämpfen, da er weiß, dass alle Verhandlungen über eine vollständige atomare Entwaffnung langwierig und schwer werden können. Und der Prozess selbst könnte bis zu 15 Jahre dauern, schätzen Experten der Stanford-Universität in Kalifornien.

Kenner Nordkoreas weisen darauf hin, dass Kim Jong-un sein Land modernisieren will – und wenn die Amerikaner ihn überzeugen könnten, dass er das mit ihrer Hilfe schaffen könnte, dann wäre die atomare Abrüstung eine realistische Gegenleistung. Trump hatte am Wochenende getwittert, er sehe großes ökonomisches Potential in dem Land. Und sein Außenminister Mike Pompeo hatte in diesem Monat gesagt: „Wir können Bedingungen für echte wirtschaftliche Prosperität im Land schaffen, die mit der des Südens mithalten kann. Das muss nicht der amerikanische Steuerzahler machen, das machen amerikanisches Know How, Wissen, Unternehmer und Risiko-Investoren, die an der Seite der nordkoreanischen Bevölkerung arbeiten, um eine belastbare Wirtschaft für sie zu schaffen.“

Andere warnen davor, dass zu viel Gerede über amerikanische Hilfe Kim Jong-un verärgern könnte. Der wolle in erster Linie wirtschaftliche Beziehungen zu China und Südkorea, und zwar ohne die Belastung amerikanischer Sanktionen. „Das letzte, was Kim will, ist, seine Atomwaffen aufzugeben, nur damit sein Land dann überrannt wird von amerikanischen Geschäftsleuten und Investoren“, schrieb Eric Talmadge, Bürochef von „Associated Press“ in Pjöngjang.

Vorerst reden die Amerikaner aber nicht über die Lockerung von Sanktionen – noch ist das Vertrauen dafür nicht da. Ein wenig kamen sie Nordkorea allerdings wohl entgegen: Wegen des anstehenden Gipfels soll die Ankündigung eines geplanten neuen Sanktionspakets erst einmal aufgeschoben worden sein.

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