https://www.faz.net/-gpf-8nie2

Trumps Kabinett : Zu rassistisch für ein Richteramt

  • Aktualisiert am

Jeff Sessions, Senator aus Alabama, soll unter Donald Trump Justizminister werden. Bild: Reuters

Donald Trumps Mannschaft nimmt Gestalt an. Jeff Sessions soll Justizminister werden und Mike Pompeo die CIA führen. Beide sind für ihre besonders konservativen Ansichten bekannt.

          Jeff Sessions soll Justizminister der Vereinigten Staaten werden. Das gab der designierte amerikanische Präsident Donald Trump am Freitagnachmittag bekannt. Damit bestätigte sich ein entsprechender Bericht der „New York Times“. Den Posten des CIA-Direktors übernimmt Mike Pompeo, Nationaler Sicherheitsberater wird Michael Flynn.

          Sessions ist republikanischer Senator aus Alabama, der Trump schon im Wahlkampf unterstützt hatte. Er gilt als konservativ und ist im Senat, dem er seit 1997 angehört, Mitglied des Justiz-Ausschusses. Dort reingekommen zu sein, war eine Genugtuung für den 69 Jahre alten Sessions, war ihm doch 1986 von diesem Ausschuss eine Bundesrichterstelle verwehrt worden.

          Sessions war vor seiner Wahl in den Senat Staatsanwalt in Alabama und wurde von Ronald Reagan für einen höheren Posten nominiert. Bei der Anhörung im Senat sagten damals ehemalige Kollegen von Sessions, dieser habe Bürgerrechtsgruppen als „unamerikanisch“ und „von Kommunisten inspiriert“ bezeichnet. Ein schwarzer Staatsanwalt sagte außerdem, Sessions habe ihn als „boy“ angesprochen und gesagt, er habe die Rassistenorganisation Ku-Klux-Klan immer gut gefunden, bis er herausgefunden habe, dass diese Marihuana rauchen, was Sessions jedoch als Scherz abtat. Daraufhin wurde der Republikaner nicht als Richter bestätigt und war somit in 50 Jahren erst der zweite Kandidat für einen solchen Posten, der die Senats-Zustimmung nicht bekam.

          Das „National Journal“ sieht ihn als einen der fünf konservativsten Senatoren der Vereinigten Staaten. Er hat sich wiederholt gegen jede Form der Einwanderung gewandt, bezweifelt den Klimawandel und hatte sich wiederholt Vorwürfen des Rassismus zu erwehren. Er ist seit 20 Jahren Senator und in seinem Heimatstaat sehr beliebt.

          Pompeo wiederum ist Abgeordneter aus Kansas. Im Abgeordnetenhaus in Washington vertritt er den vierten Bezirk des Bundesstaats. Der 52 Jahre alte Pompeo ist ein Mitglied der konservativen „Tea-Party“-Bewegung und lebenslanges Mitglied der Waffenlobby-Organisation „National Rifle Association“, die ihn im Wahlkampf unterstützt hat.

          Mike Pompeo soll C.I.A.-Direktor werden.

          Der 52 Jahre alte Pompeo war an der renommierten Militärakademie in West Point, die er als Jahrgangsbester abschloss. Nach seiner Zeit beim Militär studierte er Jura in Harvard und arbeitete danach als Anwalt und Geschäftsmann, bevor er 2011 in den Kongress einzog.

          Pompeo war in den Vorwahlen erst ein Anhänger von Marco Rubio und hat sich nie gescheut, Trump zu kritisieren. Trumps Äußerungen darüber, dass er Frauen ungestraft sexuelle Avancen machen könne, verurteilte er als „schrecklich, abstoßend und unhaltbar“. Pompeo ist für seine Ablehnung der Abtreibung bekannt, außer, das Leben der Mutter ist in Gefahr. Außerdem ist er – wie auch Michael Flynn – ein scharfer Kritiker des radikalen Islam. Er bezeichnete alle muslimischen Geistlichen, die Terrorakte nicht öffentlich ablehnen, als Komplizen bei den Taten.

          Weitere Themen

          Macron geht in die Offensive Video-Seite öffnen

          Weitere „Gelbwesten“-Proteste : Macron geht in die Offensive

          Der Präsident steht in der Kritik, weil er trotz der anhaltenden Proteste seiner gelbe Warnwesten tragenden Gegner seit über einer Woche die Öffentlichkeit gemieden hat. Jetzt will der französische Präsident mit einer Rede an die Nation die Wogen glätten.

          Ein heraufziehender Sturm

          FAZ Plus Artikel: Donald Trump : Ein heraufziehender Sturm

          Donald Trump gerät erstmals ins Visier einer amerikanischen Bundesanwaltschaft. Der Präsident bereitet sich auf den Wahlkampf 2020 vor und entlässt auch deshalb wieder einen sogenannten Erwachsenen in der Regierung.

          Wichtiges Symbol für Multilateralismus Video-Seite öffnen

          Merkel zu UN-Migrationspakt : Wichtiges Symbol für Multilateralismus

          Der UN-Migrationspakt ist unterzeichnet: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Marokko den gerade verabschiedeten UN-Migrationspakt als wichtiges Symbol für die internationale Zusammenarbeit bezeichnet. 164 Staatsführungen sprachen sich dafür aus, 28 dagegen.

          Topmeldungen

          Der französische Präsident Emmanuel Macron während seiner Ansprache an die Nation.

          Protest der „Gelbwesten“ : Macrons Kehrtwende

          Er sei kein Weihnachtsmann, hatte der französische Präsident Emmanuel Macron zuvor gesagt. Doch fast ein Monat mit teils gewalttätigen Protesten zeigt jetzt Wirkung: Zum 1. Januar gibt es in Frankreich Geldgeschenke.

          Brexit-Chaos : Jetzt ist alles denkbar

          Nach der Verschiebung der Brexit-Abstimmung im Unterhaus erscheint alles denkbar: Theresa Mays Rücktritt, ihr Sturz, Neuwahlen – oder ein neu ausgehandelter Brexit-Vertrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.