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Trumps Impeachmentverfahren : Blutsbrüder und ein schwarzes Buch

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskij, trifft Donald Trump im September bei den Vereinten Nationen Bild: DOUG MILLS/The New York Times/Re

Die Ukraine-Affäre könnte den amerikanischen Präsidenten das Amt kosten. Ihren Anfang nahm sie vor Jahren in Kiew – in einem geheimen Zimmer während der Majdan-Revolution.

          9 Min.

          Als das schwarze Buch verschwand, dachte noch keiner an Trump. Es war Februar 2014, und in Kiew brannten die Barrikaden. Präsident Viktor Janukowitsch hatte gerade den Kurs gedreht: Weg von Europa, hin zu Russland, und tags darauf waren Tausende auf der Straße. Am Ende fielen Schüsse, und unter den Türmen des Michaelsklosters legten die Demonstranten ihre Toten aus. Janukowitsch floh nach Russland, Wladimir Putin annektierte die Krim und ließ das ukrainische Kohlegebiet Donbass besetzen. Dort ist bis heute Krieg.

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          In Kiew aber stürmten die Demonstranten auch Janukowitschs Hauptquartier. Sie brachen eine Panzertür auf und standen in einem Raum, von dem niemand gewusst hatte. Dort lag die schwarze Kasse des Regimes. Zeugen sagten später, oft hätten dort auch Tüten voller Bargeld bereitgestanden. Ob das damals ebenfalls so war, ist nicht bekannt, aber als der Rauch sich verzog, war das Zimmer leer. Auch das schwarze Buch hatte vermutlich dort gelegen: eine handgeschriebene Kladde voller Namen und Zahlen, die Buchführung des Systems von Bestechung, auf dem Janukowitschs Herrschaft beruht hatte. Jetzt war es weg.

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