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Paul Manafort : Hohe Haftstrafe für Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager

  • Aktualisiert am

Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort (Archivbild Anfang April in Washington). Bild: dpa

Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Manafort ist zu knapp vier Jahren Haft verurteilt worden. Es geht um Steuerhinterziehung und Bankbetrug. Das Urteil in den Russland-Untersuchungen steht noch aus.

          Ein Gericht in Alexandria im amerikanischen Bundesstaat Virginia hat Paul Manafort, den früheren Wahlkampfmanager von Präsident Donald Trump, zu knapp vier Jahren Haft verurteilt. Das berichteten amerikanische Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) übereinstimmend. Das Gericht blieb mit der Strafe von 47 Monaten deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von bis zu 25 Jahren gefordert hatte.

          Der 69-Jährige war in dem Prozess bereits im vergangenen August von Geschworenen unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs schuldig gesprochen worden. Dieser Prozess hatte nicht direkt etwas mit der Russland-Affäre um Trump zu tun. In einem weiteren Verfahren gegen Manafort vor einem Gericht in Washington soll in der kommenden Woche ein Urteil gefällt werden.

          In diesem zweiten Prozess werden Manafort im Zusammenhang mit seiner früheren illegalen Lobbyarbeit für ukrainische Politiker Verschwörung und Behinderung der Justiz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft warf dem ehemaligen Lobbyisten vielmehr vor, ein „Lügengespinst“ aufgebaut zu haben, um Millioneneinnahmen aus seiner Beratertätigkeit für russlandfreundliche Politiker in der Ukraine zwischen 2005 und 2014 zu verbergen. Unter ihnen war der 2014 gestürzte Staatschef Viktor Janukowitsch.

          Manafort bat den Richter um Gnade und sprach diesem seinen Dank aus für die Prozessführung, die er als fair bezeichnete. Sein Leben liege nun „beruflich und finanziell in Scherben“, sagte Manafort.

          Manafort und Mueller

          Manafort hatte sich im September zur Zusammenarbeit mit FBI-Sonderermittler Robert Mueller bereit erklärt. Bei Muellers Untersuchungen geht es unter anderem darum, ob es im Wahlkampf 2016 Geheimabsprachen des Trump-Lagers mit Russland gegeben hat und ob Trump die Justiz behindert hat.

          Nach Überzeugung des Gerichts in Washington hat Manafort Muellers Team allerdings bei dessen Ermittlungen belogen und damit gegen eine Vereinbarung für Strafminderung verstoßen. Auch in diesem Verfahren droht Manafort Haft. Der 69-Jährige sitzt bereits seit Juni in Untersuchungshaft.

          Manafort war im März 2016 zu Trumps Wahlkampflager gestoßen. Im Juni 2016 machte Trump ihn zu seinem Wahlkampfmanager. Im selben Monat nahm Manafort an einem Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower teil, um das sich viele Fragen ranken.

          Manafort hatte Trumps Wahlkampfteam zwei Monate lang geleitet. Er musste den Posten im August 2016 abgeben, nachdem mutmaßliche Geldflüsse an ihn aus dem Umfeld Janukowitschs bekannt geworden waren. Sonderermittler Mueller bezeichnete Manafort in einem Memo vor kurzem als „dreisten“ Kriminellen, der „wiederholt und schamlos“ gegen das Gesetz verstoßen habe.

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