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Amerikas Außenpolitik : Unverzichtbare Nation?

  • -Aktualisiert am

Anfang des Jahres kündigte Trump an, eigene Truppen aus Syrien abziehen zu wollen. Bild: AFP

Die Vorwahlen der Demokraten sind auch außenpolitisch eine Richtungsentscheidung. Doch egal, wer sich am Ende durchsetzt: Trumps Herausforderer können die Uhr in der internationalen Politik nicht zurückdrehen.

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          Donald Trumps Präsidentschaft wird lange über seine Amtszeit hinauswirken. Das gilt auch und vor allem für die internationale Politik. Zum einen liegt es daran, dass er bisher Undenkbares ausgesprochen, sogar Zweifel an der Bündnissolidarität in der Nato gesät hat. Das lässt sich nicht ungesagt machen, sondern bleibt wie eine Trauma-Erfahrung im Gedächtnis. Zum anderen hat der Präsident durch seine Brachialdiplomatie Risse im Fundament der westlichen Allianz vergrößert und sichtbar gemacht, die vorher schon da waren, die aber bisher entweder ignoriert oder notdürftig verputzt worden waren. Das wird künftig nicht mehr so einfach gehen.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zum einen sind große Teile der amerikanischen Gesellschaft nicht mehr bereit, die Kosten zu tragen, die mit der Rolle der Weltordnungsmacht verbunden sind. Das Rückzugsbedürfnis ist älter als das Phänomen Trump. Schon Barack Obama zog mit dem Versprechen ins Weiße Haus, Amerikas Kriege zu beenden. Vielen im Westen ist klar: Auch wenn ein Herausforderer Trump bezwingen und ihn Anfang 2021 aus dem Weißen Haus vertreiben sollte, was keineswegs ausgemacht ist, wird die Uhr nicht einfach zurückgedreht.

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