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Im Weißen Haus : Trump wirft jüdischen Demokraten-Wählern „Illoyalität“ vor

  • Aktualisiert am

Donald Trump ist der Meinung, Juden sollten nicht die Demokraten wählen. Bild: AP

Wer als Jude die Demokraten wähle, sei laut Donald Trump „ahnunglos oder illoyal“. Er spielt damit auf zwei demokratische Abgeordnete an, die einen Israel-Boykott unterstützen. Jüdische Verbände sind entsetzt.

          Mit Attacken gegen jüdische Anhänger der Demokraten hat der amerikanische Präsident Donald Trump Antisemitismusvorwürfe auf sich gezogen. Jüdische Wähler der Demokraten zeichneten sich entweder durch „vollkommene Ahnungslosigkeit oder durch große Illoyalität“ aus, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus. Jüdische Verbände verurteilten Trumps Äußerungen scharf.

          Trumps Äußerungen fielen im Zusammenhang mit der Kontroverse um seinen Streit mit den demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib. Beide unterstützen die Boykottbewegung gegen Israel BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“). Israel hatte den Demokratinnen vergangene Woche mit Verweis auf ihre Unterstützung der BDS-Kampagne die Einreise verwehrt, nachdem Trump die Regierung von Benjamin Netanjahu zu diesem Schritt gedrängt hatte.

          Jüdische Verbände warfen Trump vor, er bediene sich eines antisemitischen Stereotyps, indem er jüdischen Bürgern fehlende Loyalität vorwerfe. Es sei unklar, wem gegenüber Juden nach Ansicht des Präsidenten „illoyal“ seien, schrieb der Chef der Anti-Diffamierungsliga, Jonathan Greenblatt, auf Twitter. Doch „der Vorwurf der Illoyalität wird seit langem genutzt, um Juden anzugreifen“, fügte er an.

          Die Chefin des Jewish Democratic Council, Halie Soifer, erklärte, der Präsident habe „kein Recht, jüdischen Amerikanern zu sagen, er wisse, was am besten für uns ist und unsere Loyalität einzufordern.“

          Der demokratische Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur Bernie Sanders schrieb bei Twitter, er sei „ein stolzer Jude“. Bei der Präsidentschaftswahl 2020 werde er einen jüdischen Kandidaten der Demokraten wählen, fügte er an: sich selbst.

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