https://www.faz.net/-gpf-8go43

Schlammschlacht im Wahlkampf : Trump bringt Vater von Cruz mit Kennedy-Mörder in Verbindung

  • Aktualisiert am

Donald Trump beim Wahlkämpfen in Indiana Bild: Reuters

Der Vater von Ted Cruz soll etwas mit dem Kennedy-Attentat zu tun gehabt haben: Das behauptet Donald Trump im Wahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur. Seine Quelle ist mehr als fragwürdig.

          Am Tag der wichtigen Vorwahl der Republikaner im amerikanischen Bundesstaat Indiana ist der Streit zwischen dem Spitzenreiter Donald Trump und seinem Rivalen Ted Cruz endgültig eskaliert. Trump erhob am Dienstag den Vorwurf, Cruz’ Vater habe in Verbindung zu Lee Harvey Oswald, dem mutmaßlichen Mörder von John F. Kennedy, gestanden. Der Senator bezeichnete den Immobilienmilliardär daraufhin als „pathologischen Lügner“.

          Seine Behauptung hat Trump offensichtlich aus dem wenig glaubwürdigen „National Enquirer“. Das Boulevardblatt hatte berichtet, es habe Cruz’ Vater auf einem Foto vom August 1963 identifiziert. Dem Blatt zufolge zeigt ihn das Bild mit Oswald beim Verteilen von Pro-Fidel-Castro-Flugblättern in New Orleans im Jahr 1963 – ein paar Monate vor Kennedys Ermordung in Dallas.

          Richtig ist: Cruz’ Vater stammt aus Kuba. Er hatte als junger Mann die Revolutionsbewegung unterstützt und wurde von der Führung des Machthabers Fulgencio Batista ins Gefängnis geworfen. Nach seiner Freilassung flüchtete er 1957 in die Vereinigten Staaten, zwei Jahre vor dem Triumph der Revolution. Laut einem Bericht der Zeitung „Miami Herald“ wandte sich Rafael Cruz von Castro ab, nachdem er erkannt habe, dass dieser ein Kommunist sei.

          Trump machte sich die nicht belegten Vorwürfe des „National Enquirer“ gegen Cruz’ Vater zu eigen. „Was hat er mit Lee Harvey Oswald kurz vor dessen Tod gemacht? Das ist schrecklich“, sagte der Immobilienmilliardär kurz nach Öffnung der Wahllokale in Indiana dem TV-Sender Fox News. Oswald war am 24. November 1963, nur zwei Tage nach dem Attentat auf „JFK“ in Dallas, erschossen worden, während er sich in Polizeigewahrsam befand.

          Cruz reagierte erbost auf die Vorwürfe. Trump behaupte, „dass mein Vater in das Attentat gegen JFK verwickelt gewesen ist. Das ist völlig verrückt“, sagte er in Evansville in Indiana. Sein Rivale vermöge nicht, „zwischen der Wahrheit und der Lüge zu unterscheiden. Fast jedes Wort, das aus seinem Mund kommt, ist eine Lüge“. Der texanische Senator  nannte Spitzenreiter Trump „unmoralisch“ und einen „Narzissten“.

          In einer ersten Reaktion hatte Cruz neben Trump auch die Zeitung scharf kritisiert und sarkastisch eingestanden, dass sein Vater in Wirklichkeit selbst Kennedy erschossen habe und eigentlich Elvis sei. Der Geschäftsführer des „National Enquirer“, David Pecker, ist ein Trump-Anhänger.

          Cruz hofft, mit einem Erfolg in Indiana den Durchmarsch seines weit vor ihm liegenden Rivalen zur Präsidentschaftskandidatur abbremsen zu können. Eine kurz vor der Abstimmung veröffentlichte Umfrage sagt jedoch einen klaren Sieg des Milliardärs in dem Staat im Mittleren Westen voraus.

          In sozialen Netzwerken waren die Schlagzeile des Boulevardblattes „National Enquirer“ und Trumps Mutmaßungen dazu schon einige Witze wert. Ein Nutzer brachte den Vater von Ted Cruz beispielsweise mit dem Massaker auf dem chinesischem Tiananmen Platz in Verbindung:

          Und dieser Nutzer erfand auch noch zur Mutter von Ted Cruz eine Legende:

          Weitere Themen

          Trumps Tweets kommen ins Satire-Museum Video-Seite öffnen

          Besondere künstlerische Note : Trumps Tweets kommen ins Satire-Museum

          Anlässlich des 73. Geburtstags von Donald Trump hat die Nachrichtensatire "The Daily Show" dem Präsidenten eine interaktive Ausstellung in Washington gewidmet. Mit einem der humoristischen Gebiete seiner Präsidentschaft: Seinen Tweets.

          Ein einmaliges Erdbeben

          Regierung in Moldau gestürzt : Ein einmaliges Erdbeben

          Die EU und Amerika hatte der mächtigste Mann Moldaus schon lange gegen sich. Zuletzt zeigte ihm auch noch Moskau die kalte Schulter zeigte. Nun steht eine Frau an der Spitze der Republik.

          Auslieferungsgesetz gestoppt Video-Seite öffnen

          Erfolgreiche Demonstrationen : Auslieferungsgesetz gestoppt

          Es ging um mehr als nur ein Gesetz. Für die Bevölkerung in Hongkong ging es vor allem um die (Meinungs-)Freiheit, die durch potentielle Auslieferungen an China gefährdet gewesen wäre. Umso größer ist jetzt der Jubel.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.