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Krieg in Afghanistan : Trump und seine wenig konkreten Ergebnisse

  • -Aktualisiert am

Hat viele Ziele, erreicht aber nur selten Konkretes: Donald Trump am Montagabend in Washington. Bild: EPA

Donald Trump ist entschlossen, trotz der gescheiterten Verhandlungen mit den Taliban die amerikanischen Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Wann und wie ist offen – und innerhalb der Regierung herrscht Streit.

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          Am Montag war es wieder einmal Zeit für Fernsehbilder von jubelnden Trump-Fans mit roten Kappen. Der Präsident hielt eine seiner Wahlkampfveranstaltungen ab, diesmal in Fayetteville in North Carolina. Wie immer applaudierten seine Anhänger bei jeder kalkulierten Provokation und jedem markigen Spruch. Demokraten wollten ihnen alles wegnehmen, was sie bisher erreicht hätten, rief der Präsident seinen Fans zu. Um zur Fußball-WM 2026 noch Präsident zu sein, müsste er eine dritte Amtszeit einführen, verkündete er mit ernster Miene. Seine Präsidentschaft präsentierte Trump als reine Erfolgsgeschichte – obwohl gerade in den vergangenen Tagen nicht immer der Fall gewesen war.

          Erst konnten sich die Medien kaum über „Sharpiegate“ beruhigen, weil Trump Hurrikan „Dorian“ in Alabama verortet und dann eine Karte offenbar entsprechend mit einem Filzstift (Sharpie) manipuliert hatte. Dann wurde bekannt, dass im Repräsentantenhaus eine Untersuchung läuft, weil Flüge der Air Force so umgeleitet worden sein sollen, dass Crewmitglieder in einem Golf-Ressort Trumps in Schottland übernachten mussten, das rote Zahlen schreibt. Und schließlich gab der Präsident bekannt, dass er sich eigentlich mit Vertretern der Taliban in Camp David treffen wollte, diese Zusammenkunft nun aber abgesagt habe.

          Trump sieht sich gern als „Dealmaker“, doch viele seiner Verhandlungen haben bisher nicht zu konkreten Ergebnissen geführt. So war es in Nordkorea, wo es bislang keine Einigung über die weitere atomare Abrüstung gibt. Seine Handelsgespräche mit China stecken fest, sein neues Abkommen mit Mexiko und Kanada weist keine durchschlagenden Unterschiede mit dem NAFTA-Vertrag auf – und der Kongress hat ihm noch nicht zugestimmt. Gern hätte Trump wohl Vertreter der Taliban in Camp David empfangen, um mit ihnen über einen Abzug amerikanischer Truppen aus Afghanistan zu verhandeln. Getrennt davon wollte er den afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani treffen. Doch dann ließ Trump alles platzen, bezeichnete die Verhandlungen am Montag als „tot“.

          Die Absage kam, nachdem ein Selbstmordattentäter am Donnerstag zwölf Menschen getötet hatte. Darunter war ein amerikanischer Soldat. Das Ziel der Gespräche sollte sein, Anfang des kommenden Jahres die ersten 5400 Soldaten abzuziehen und einen stabilen Waffenstillstand für Kabul zu erreichen. Doch dort gab es gerade in den vergangenen Wochen wieder Anschläge. Zahlreiche Politiker und Fachleute kritisierten Trump nun dafür, dass er die Taliban-Vertreter gerade vorm Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 eingeladen hatte.

          Trump wollte am Montag dementsprechend „Härte“ signalisieren und twitterte: „In den vergangenen vier Tagen haben wir unserem Feind heftigere Schläge versetzt als jemals in den letzten zehn Jahren!“ Das Außenministerium hatte am Sonntag bekannt gegeben, dass amerikanische Truppen in den vergangenen zehn Tagen mehr als tausend Taliban-Kämpfer getötet hätten.

          Amerikanische Soldaten salutieren während einer Fahnenzeremonie auf einem Stützpunkt im afghanischen Bagram (Archivfoto).

          Er werde die Truppen aber dennoch wie geplant schrittweise aus Afghanistan abziehen, beteuerte Trump gegenüber Reportern. Zur Zeit sind noch 14.000 amerikanische Soldaten im Land. Es sei nicht Amerikas Rolle, überall in der Welt für Sicherheit zu sorgen, so der Präsident. Die Afghanen müssten so früh wie möglich die „volle Verantwortung“ für die eigene Sicherheit übernehmen. „Unsere Soldaten sind unglaublich, aber sie dienen zu einem großen Teil als Polizeikräfte. Wir wollen abziehen, aber wir werden zum richtigen Zeitpunkt abziehen“, so Trump. Der Einsatz in Afghanistan ist der längste Krieg der Amerikaner. Sie marschierten dort vor fast 18 Jahren ein und begannen den „Krieg gegen den Terror“. Das brutale Taliban-Regime hatte auch der für die Anschläge am 11. September verantwortlichen Al Qaida Unterschlupf gewährt.

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