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Flucht aus Mittelamerika : Trump will Soldaten gegen Migranten einsetzen

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Migranten aus Mittelamerika steigen im mexikanischen Mapastepec auf ihrem Weg in Richtung Vereinigte Staaten in einen Lastwagen. Bild: dpa

Tausende Menschen aus Mittelamerika fliehen vor brutaler Gewalt und bitterer Armut. Kurz vor den Kongresswahlen in Amerika werden sie zum Wahlkampfthema. Präsident Trump droht mit dem Militär.

          Kurz vor der wichtigen Kongresswahl in den Vereinigten Staaten hat Präsident Donald Trump seine harte Haltung zur Migranten-Karawane unterstrichen. „Angesichts dieses Nationalen Notstandes setze ich das Militär ein. Sie werden gestoppt werden“, schrieb er am Donnerstag auf Twitter. Die Gruppe Tausender Menschen aus Mittelamerika setzte unterdessen ihren Marsch durch Mexiko Richtung Amerika fort.

          „An jene in der Karawane: Dreht um. Wir lassen keine Leute illegal in die Vereinigten Staaten“, schrieb Trump. „Geht zurück in euer Land und wenn ihr wollt: Bewerbt euch um die Staatsbürgerschaft wie Millionen andere auch.“ Die Migranten aus Honduras, El Salvador und Guatemala fliehen vor der grassierenden Gewaltkriminalität und schlechten wirtschaftlichen Lage in ihren Heimatländern.

          Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen sagte dem Fernsehsender Fox News Channel, ihr Haus habe das Verteidigungsministerium um Hilfe gebeten, einschließlich Luftunterstützung, Logistik, Planung und Fahrzeugsperren. Zwei Vertreter der Regierung sagten, die Anfrage von Nielsen könnte auch den Einsatz von 800 bis 1000 Soldaten einschließen.

          Medienberichten zufolge bereitet sich das Pentagon bereits darauf vor, weitere 800 Soldaten an die südliche Grenze zu Mexiko zu schicken. Es werde erwartet, dass Verteidigungsminister James Mattis demnächst einen entsprechenden Erlass unterzeichnen könnte, berichteten der Fernsehsender CNN und die „Washington Post“ am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise.

          Den Berichten zufolge sollen die zusätzlichen Soldaten keine Aufgaben der Sicherheitsbehörden übernehmen – also nicht etwa Migranten festnehmen. CNN berichtete, sie sollten vielmehr logistische Unterstützung für die Grenzschützer leisten und etwa an wichtigen Punkten entlang der Grenze Zäune bereitstellen.

          Derzeit befinden sich bereits 2100 Nationalgardisten an der Grenze, die wegen einer anderen Anweisung aus dem April entsandt worden waren. Auch sie leisten logistische Unterstützung.

          Trumps Wahlkampfthema

          Trump hat die Migranten immer wieder zum Thema im Wahlkampf vor den Kongresswahlen gemacht und die Lage stark überzeichnet. Er sprach von einem „Angriff auf unser Land“ und einem „nationalen Notstand“. Zuletzt behauptete er außerdem, unter den Migranten seien auch Menschen aus dem Nahen Osten und insinuierte damit unlautere Motive für deren Marsch in Richtung Amerika. Belege dafür lieferte er nicht.

          Ohnehin ist unklar, ob und wann die Migranten an die Grenze gelangen könnten. Vom Süden Mexikos bis dorthin sind es je nach Route zwischen 2000 und 4000 Kilometer. Am Donnerstag kehrten 100 von ihnen nach Honduras zurück.

          Die meisten zogen aber weiter nach Pijijiapan im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. An verschiedenen Stellen auf dem Weg versorgten Mexikaner die Migranten mit Wasser, Lebensmittel und Decken. „Diese Leute sind in einer schwierigen Situation“, sagte Alberto Bermúdez, der Wasser verteilte. „Ich habe entschieden, mit meiner Familie zu kommen, um zu helfen. Wir können nur wenig für sie tun. Hoffentlich kommen wir nie in so eine Lage.“

          Während die Gruppe, zu der unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 3600 und 5400 Menschen gehören, weiter Richtung Norden marschierte, wurde an der Südgrenze Mexikos bereits eine zweite Gruppe erwartet.

          „Es kommt eine Karawane mit 2000 Personen“, sagte der Honduraner Misael Guevara in Ciudad Hidalgo an der Grenze zu Guatemala. Mit Hunderten anderen wartete er in einem Park auf die Ankunft der neuen Gruppe. „Wir sind Brüder und wir gehen zusammen“, sagte er.

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