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Mögliche Vergeltungsschläge : Trump will doch keine Kulturgüter bombardieren

  • Aktualisiert am

„Ich befolge gerne Gesetze“, sagt Donald Trump. Bild: AP

Trump rudert zurück: Wenn Angriffe auf Kulturstätten verboten seien, dann werde er sich daran halten. Unfair findet der Präsident es dennoch, dass Amerika internationales Recht befolgen muss.

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          Erst feuern, dann zurückrudern: Amerikas Präsident Donald Trump hat sich von seiner Drohung mit Angriffen auf Irans Kulturgüter distanziert. Die Vereinigten Staaten würden sich bei möglichen Vergeltungsschlägen gegen Iran an geltendes Recht halten, sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus während des Besuchs des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis. Wenn Angriffe auf Kulturstätten verboten seien, werde er sich daran halten. „Ich befolge gerne Gesetze“, sagte Trump. Kritiker sahen Trumps Drohung vom Wochenende mit Angriffen auf kulturell bedeutende Ziele in Iran als Aufruf zu einem Kriegsverbrechen.

          Trump stellte es jedoch als unfair dar, dass sich Amerika an internationales Recht halten müsste, während Iran wahllos Amerikaner angreife. „Sie dürfen unsere Bürger töten, sie dürfen unsere Bürger zu Krüppeln machen, sie dürfen alles in die Luft sprengen, das wir haben – und nichts stoppt sie. Und wir sollen verschiedenen Gesetzen zufolge sehr vorsichtig mit ihrem kulturellen Erbe umgehen“, sagte Trump. „Aber es ist für mich okay“, sagte der Präsident weiter. Gleichzeitig warnte er die Führung in Teheran: „Falls Iran irgendetwas macht, was er nicht tun sollte, werden sie die Konsequenzen erleben. Und das sehr stark.“

          Zuvor hatten bereits Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mike Esper erklärt, Amerika würde sich an internationales Recht halten. Trump hatte am Samstag mit Angriffen auf Dutzende iranische Ziele gedroht, darunter auch kulturell bedeutende Orte. Die Drohung sorgte im In- und Ausland für Entrüstung. Trump reagierte damit auf Vergeltungsdrohungen aus Teheran wegen der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani bei einem Drohnenangriff in Irak.

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