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Nach Amoklauf in Florida : Trump will Bonuszahlungen für bewaffnete Lehrer

  • Aktualisiert am

Parkland trauert um die Opfer des Amoklaufes Bild: Reuters

Auch der Amoklauf an einer Highschool in Florida hat die Meinung des amerikanischen Präsidenten zu den Waffengesetzen nicht verändert. Trump bekräftigt seine Absicht, Lehrer zu bewaffnen, und lobt ausdrücklich die Arbeit der Waffenlobby NRA.

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          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat das Ziel, manche Lehrer verdeckt Waffen tragen zu lassen, bei einem Treffen im Weißen Haus bekräftigt. Man müsse die Schulen abhärten statt sie zu verweichlichen, sagte Trump am Donnerstag. Waffenfreie Zonen machten es potenziellen Angreifern einfach. Sie könnten eindringen, als würden sie sich ein Eis kaufen. „Ich möchte meine Schulen so geschützt haben wie meine Banken“, sagte Trump.

          Speziell trainierte Lehrer könnten für das verdeckte Tragen einer Waffe einen Bonus erhalten, schlug Trump vor. Er halte zwischen zehn und 40 Prozent der Lehrer dafür qualifiziert, bewaffnet zu werden.

          Trump bekräftigte auch, wer ein Gewehr kaufe, solle künftig 21 statt wie bisher 18 Jahre alt sein müssen. Als Teilnehmer des Treffens am Donnerstag nannte das Weiße Haus neun Vertreter von Schulen, Kommunen und Sheriffs sowie Abgeordnete aus verschiedenen Bundesstaaten.

          Das Treffen fand als Folge der tödlichen Schüsse an einer High School in Florida vergangene Woche statt. Ein ehemaliger Schüler hatte 17 Menschen erschossen.

          Trump sagte, um solche bewaffneten Überfälle auf Schulen zu verhindern, herrsche nun „das ungeheure Gefühl vor, dass wir etwas geregelt bekommen müssen“. Er sagte auch, der Kongress werde sich um strengere Überprüfungen von Käufern kümmern, an die sie vor zwei Wochen noch nicht einmal gedacht hätten.

          „Wir wollen sicherstellen, dass wir schnell agieren, wenn wir Warnzeichen sehen“, sagte Trump. „Dieser Kerl war ein Perverser“, fügte er über den 19-Jahre alten Nikolas Cruz hinzu, der die Schule überfallen hatte.

          Der Vizepräsident der mächtigen Waffenlobbyorganisation NRA, Wayne LaPierre, hat den Demokraten unterdessen vorgeworfen, das jüngste Schulmassaker in Florida politisch zu instrumentalisieren. Demokraten wie Chris Murphy und Nancy Pelosi seien mit Unterstützung der Medien bemüht, der NRA die Schuld zu geben und noch mehr staatliche Kontrolle einzufordern, sagte LaPierre am Donnerstag bei der konservativen CPAC-Konferenz am Rande Washingtons. „Sie hassen die NRA“, fügte er hinzu.

          Der NRA-Vizechef erklärte, die Gegner des Rechts auf Waffenbesitz würden die Mängel bei der Sicherheit an den Schulen außer Acht lassen. LaPierres Attacke auf die Demokraten und die Medien dauerte mehrere Minuten. An einer Stelle erklärte er, Sozialisten im „europäischen Stil“ hätten die Kontrolle bei den Demokraten übernommen. Die Partei sei voller Saboteure, die nicht an den Kapitalismus und nicht an die amerikansiche Verfassung glaubten.

          Präsident Donald Trump hatte sich zuvor lobend über die NRA geäußert. Viele Menschen verstünden nicht, dass LaPierre und andere bei der NRA „großartige Menschen und großartige amerikanische Patrioten“ seien, schrieb er auf Twitter. „Sie lieben unser Land und werden das Richtige tun.“

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