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Identität bestätigt : Trump verkündet Tod von IS-Anführer Al-Bagdadi

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Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in Syrien getötet worden. Bild: AP

Der IS-Anführer blieb stets ein Phantom: Nun ist Abu Bakr al-Bagdadi bei einem amerikanischen Militäreinsatz in Syrien ums Leben gekommen, wie Amerikas Präsident offiziell bestätigt hat. Der Terrorist soll eine Sprengstoffweste gezündet haben. Die Kurden rechnen nun mit Vergeltungsangriffen.

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          Der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, ist nach Angaben von Amerikas Präsident Donald Trump in Syrien getötet worden. Al-Bagdadi sei bei einer Operation von amerikanischen Spezialkräften in Nordwest-Syrien getötet worden, sagte Trump am Sonntagmorgen (Ortszeit) in einer Ansprache im Weißen Haus. Auch zahlreiche seiner Kämpfer seien ums Leben gekommen. Amerikanische  Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Al-Bagdadi sei gestorben, als er bei der Operation eine Sprengstoffweste zur Detonation gebracht habe.

          Wie Trump weiter berichtete, habe al-Bagdadi während des Angriffs eine Sprengstoffweste gezündet und so sich selbst und drei seiner Kinder getötet. Tests hätten inzwischen bestätigt, dass es sich bei dem Toten um al-Bagdadi handle.

          Nach Angaben Trumps wurde bei dem Militäreinsatz eine „große Zahl“ von IS-Kämpfern und Begleitern al-Bagdadis getötet. Laut Schilderung des Präsidenten waren acht amerikanische Hubschrauber an dem Ort gelandet, wo sich al-Bagdadi aufhielt. Der IS-Chef sei daraufhin in einen Tunnel geflüchtet, wobei er drei seiner kleinen Kinder mit sich „gezerrt“ habe. Dann habe er die Sprengstoffweste detonieren lassen.

          Die amerikanischen Soldaten hielten sich laut Trump etwa zwei Stunden in dem Anwesen auf. Dabei hätten sie wichtiges Material gefunden, darunter über die „Zukunftspläne“ des IS.

          Bereits mehrfach für tot erklärt

          Der Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, schrieb auf Twitter, Bagdadis Tod sei das Ergebnis einer über fünf Monate andauernden Geheimdienstzusammenarbeit gewesen. Der IS-Chef sei dann bei einer gemeinsamen Operation getötet worden. Die von der Kurdenmiliz YPG dominierten SDF waren bisher der wichtigste Verbündete der amerikanischen Streitkräfte im Kampf gegen den IS. Zuletzt geriet dieses Bündnis allerdings unter erheblichen Druck.

          Die kurdischen Milizen in Nordsyrien fürchten nun Vergeltungsangriffe von Bagdadis Anhängern. „Schläferzellen werden den Tod al-Bagdadis rächen“, sagte der Kommandeur der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Er stelle sich auch auf Angriffe auf Gefängnisse unter kurdischer Verwaltung ein, in denen Tausende IS-Kämpfer festhalten werden.

          Trump steht seit Wochen in der Kritik, weil er die amerikanischen Truppen aus dem nordsyrischen Grenzgebiet zur Türkei abgezogen hat. Damit ebnete er den Weg für eine türkische Offensive gegen die YPG in der Region. Trump wurde auch aus seiner eigenen republikanischen Partei vorgeworfen, die verbündete Kurdenmiliz im Stich gelassen zu haben.

          Der Aufenthaltsort des bereits mehrfach für tot erklärten IS-Chefs war unbekannt. Mit dem von den Vereinigten Staaten ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist Al-Bagdadi einer der meistgesuchten Terroristen der Welt gewesen. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit Al-Bagdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte.

          Details über die Biografie von Abu Bakr al-Bagdadi, den selbst ernannten „Kalifen Ibrahim“, sind mit Vorsicht zu genießen. Häufig lassen sie sich nicht verifizieren. Lange Zeit wusste kaum jemand, wie der Chef der Terrormiliz IS aussieht, da es nur zwei Fotos von ihm gab.

          Der selbsternannte „Kalif“  ist tot: IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi

          Wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 tauchte er dann völlig überraschend in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich lange nicht mehr. Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Erst im April – nach dem endgültigen Zerfall des vom IS ausgerufenen Kalifats – zeigte er sich noch ein zweites Mal in einem Video. Zwischendurch verbreitete der IS vereinzelt Audio-Botschaften seines Anführers.

          Al-Bagdadi wurde 1971 in der irakischen Stadt Samarra geboren. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien. Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 saß er eine Zeit lang in einem amerikanischen Gefängnis im Irak.

          Im Jahr 2010 übernahm Al-Bagdadi die Führung des Al-Kaida-Ablegers im Irak, der damals noch „Islamischer Staat im Irak“ hieß. Nach und nach begann die Gruppe, sich nach Syrien auszudehnen. Darüber brach Al-Bagdadi mit Al-Kaida, weil er nicht die Forderung der Führung des Terrornetzwerkes akzeptieren wollte, sich auf den Irak zu beschränken.

          Mit Ausrufung des Kalifats benannte sich die Terrormiliz in Islamischer Staat um. Damit verbunden war der Anspruch, alle Muslime weltweit zu vereinen und zu führen. Nach und nach verlor der IS jedoch sein Herrschaftsgebiet im Irak und in Syrien wieder. Offiziell galt der IS mit dem Fall seines letztes Rückzugsorts im ostsyrischen Baghus als besiegt.

          Noch vor wenigen Monaten ging die von den Vereinigten Staaten geführte Anti-IS-Koalition aber in einem Bericht davon aus, dass sich noch zwischen 14.000 und 18.000 IS-Angehörige im früheren Herrschaftsgebiet der Extremisten zwischen Syrien und dem Irak aufhalten sollen. Mittlerweile sind IS-Ableger in zahlreichen Ländern aktiv.

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