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Trump und Twitter : Zwei wie Pech und Schwefel

Dem amerikanischen Präsidenten geht es im Rosenkrieg mit Twitter nur um eines: Er will seine Posaune behalten.

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          Trump und Twitter waren jahrelang ein Paar wie Pech und Schwefel. Twitter gab dem amerikanischen Präsidenten die Möglichkeit, vollkommen frei seine Ansichten, „alternativen Fakten“ und Anschuldigungen zu verbreiten. Dieser Stoff lockte Millionen von Usern an, was gut für den Konzern war. Weil Twitter nun aber nicht mehr Trumps Haussender sein will, der jederzeit kommentarlos sendet, was der Chef im Weißen Haus absondert, ist Sand ins Getriebe dieses gut funktionierenden Geschäfts geraten. Seither erklären Trump und Twitter sich jeweils zum Hüter der Meinungsfreiheit und werfen sich wechselseitig vor, sie abschaffen zu wollen.

          Dieser Rosenkrieg hat wieder ans Licht gebracht, dass es den großen Netzwerken bislang weitgehend selbst überlassen wurde, wie sie mit falschen Darstellungen, Schmähungen und Hetze umgehen. Anders als etwa Zeitungshäuser müssen sie nicht für das haften, was auf ihren Seiten verbreitet wird. Hinter Trumps Verfügung steht die Drohung, dieses Privileg zu verkleinern oder gar zu streichen.

          Das würde das Geschäftsmodell der Netzwerke schwer treffen, aber auch Trumps eigene Kommunikationsmöglichkeiten einschränken. Ihm geht es nicht um die Qualität der Debatten im Netz. Er will auch weiterhin eine digitale Posaune zur Verfügung haben, mit der er nach Belieben hinausposaunen kann, was ihm gerade nützlich erscheint, ob es stimmt oder nicht.

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