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Kim und Trump : Wiedersehen in Hanoi

  • Aktualisiert am

Nie wieder „kleiner Raketenmann“? Kim Jong-un und Donald Trump vergangenen Juni in Singapur. Bild: AFP

In Vietnams Hauptstadt wird Donald Trump ein zweites Mal Nordkoreas Machthaber treffen. Auf Twitter lobt er Kim schon mal über den grünen Klee. Körperlich sei Trump fit für das Treffen, melden seine Ärzte.

          Der zweite Gipfel zwischen Amerikas Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un findet in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi statt. Das gab Trump am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter bekannt. Dass das Treffen am 27. und 28. Februar in Vietnam stattfinden würde, war bereits bekannt gewesen. Den genauen Ort hatte das Weiße Haus aber bislang nicht mitgeteilt. Auch die Küstenmetropole Da Nang war bis zuletzt im Gespräch gewesen.

          Weiterhin fand Trump lobende Worte für Kim, unter dem Nordkorea sich zu einem „wirtschaftlichen Kraftzentrum“ entwickeln werde: „Er wird wohl einige überraschen, aber nicht mich. Ich habe ihn kennen gelernt und weiß, wie fähig er ist“, so Trump über Kim, den er während des Raketenstreits 2017 noch verächtlich „little rocket man“ genannt hatte. „Nordkorea wird eine andere Art von Rakete werden – eine wirtschaftliche.“

          Knackpunkt Abrüstung

          Trump hatte sich vergangenen Juni in Singapur zum ersten Mal mit dem nordkoreanischen Machthaber getroffen. Kim betonte dabei zwar seine Bereitschaft zur „kompletten Denuklearisierung“. Allerdings gab es keine konkreten Zusagen, bis wann das kommunistisch regierte und international weitgehend isolierte Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten wird und wie Gegenleistungen der Vereinigten Staaten aussehen könnten. Zuletzt wurden kaum Fortschritte bei den Gesprächen bekannt.

          In den vergangenen Tagen traf sich der amerikanische Sondergesandte für Nordkorea, Stephen Biegun, in Pjöngjang mit dem nordkoreanischen Unterhändler Kim Hyok-chol, um den Gipfel vorzubereiten. Trump schrieb dazu auf Twitter, die Gespräche seien sehr ergiebig gewesen.

          Trump unterzieht sich Gesundheitscheck

          Nach Angaben seines Arztes ist Trump weiterhin bei „sehr guter Gesundheit“. Das teilte das Weiße Haus am Freitag nach dem zweiten offiziellen Gesundheitscheck des 72 Jahre alten Präsidenten seit seinem Amtsantritt vor gut zwei Jahren mit. Chefmediziner Sean Conley geht demnach davon aus, dass Trump auch „für die Dauer seiner Präsidentschaft und darüber hinaus“ gesund bleiben wird.

          Trump war am Freitag rund vier Stunden lang im Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington untersucht worden. Als er ins Weiße Haus zurückkehrte, zeigte er mit dem Daumen nach oben, antwortete aber nicht auf die Fragen wartender Journalisten.

          Nach dem ersten Gesundheitscheck im vergangenen Jahr waren alle Untersuchungsergebnisse – vom Gewicht bis zu den Cholesterinwerten des Präsidenten – veröffentlicht worden. Der damalige Arzt Ronny Jackson hatte Trump zudem in einer ausführlichen Pressekonferenz eine gute gesundheitliche und geistige Verfassung bescheinigt. Trump habe offenbar „außergewöhnliche Gene“ und „viel Energie und Ausdauer“, sagte Jackson damals.

          Symbolträchtiger Ort

          Südkoreas Präsident Moon Jae-in, der im vergangenen Jahr eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Washington und Pjöngjang spielte, hatte vor Bekanntgabe des genauen Ortes die Symbolkraft der Entscheidung für Vietnam als Gastgeber betont. Vietnam biete die perfekte Bühne für ein neues Kapitel in der Geschichte zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten. Vietnam und Amerika hätten einst „Schwerter und Kanonen gegeneinander gerichtet, jetzt aber sind sie Freunde“.

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          Auch zwischen Pjöngjang und Washington hat unter Trump – trotz zwischenzeitlicher Kraftproben und Wortgefechte – ein gewisses Tauwetter eingesetzt. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel scheint inzwischen weniger brisant als vor dem Amtsantritt des Republikaners.

          Moon bezog sich in seinen Äußerungen zur Symbolkraft auf den Vietnamkrieg in den 1960er und 1970er Jahren. Damals kämpften amerikanische Soldaten an der Seite des Südens gegen den kommunistisch regierten Norden. Die Kommunisten siegten 1975. Nach Schätzungen kamen drei Millionen Vietnamesen um, auf amerikanischer Seite fielen fast 60.000 Soldaten. Heute gehört Vietnam neben China, Nordkorea, Kuba und Laos zu den wenigen verbliebenen kommunistischen Ein-Parteien-Staaten.

          Hanoi dürfte das Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim zwar höchste Sicherheitsvorkehrungen und einen Ansturm internationaler Medien bescheren. Mit internationalen Großereignissen hat die Millionenstadt allerdings bereits Erfahrung.

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