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Auf Wut folgt Lob : Die Hassliebe zwischen Trump und den Medien

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Fox News als Sprachrohr

So intensiv, wie Trump bestimmte Journalisten hasst, hört er auf das, was andere sagen – schließlich schaut er jeden Tag mehrere Stunden lang Fernsehen. Das Lob ihm gewogener Medien nimmt er gern an und führt es als Beweis für seine gute Arbeit ins Feld. Fox-Talkmaster Sean Hannity ist ein Berater des Präsidenten – der macht im Gegenzug auf Twitter schon mal Werbung für Hannitys Show. Und nicht nur Fox News, sondern auch andere Medien ließen sich in der Vergangenheit von Trump instrumentalisieren. So kaufte der Verlag „American Media“, in dem das Magazin „National Enquirer“ erscheint, die Rechte an der Geschichte von Karen McDougal. Das ehemalige Playboy-Model gab an, eine längere Affäre mit dem Immobilienmilliardär gehabt zu haben, als der schon mit seiner heutigen Ehefrau Melania verheiratet war. Der Verlag, dessen Chef mit Trump befreundet ist, kaufte die Story während des Wahlkampfes 2016, um sie unter dem Deckel zu halten.

Trumps Hassliebe mit den Medien reicht in seiner Karriere weit zurück: Noch bevor er mit seiner Show „The Apprentice“ selbst das Rampenlicht der Fernsehkameras suchte, wollte der Immobilienunternehmer sein öffentliches Image gern selbst steuern. Legendär war „John Barron“, ein von Trump erfundener PR-Mann der Trump-Organisation, der in den 1980er Jahren bei Redaktionen anrief und Geschichten über das glamouröse gesellschaftliche Leben des Chefs streute: Der Anrufer war Trump selbst. Damals wie heute wollte der Milliardär die Aufmerksamkeit – und er wollte geliebt werden. Als Präsident betonte er die seltenen Gelegenheiten, bei denen auch die liberaleren Medien ihn lobten, zum Beispiel bei Kompromissen im Kongress.

Auch, wenn sich vieles an Trumps Verhalten gegenüber den Medien auf sein Temperament und seine Probleme mit Kritik zurückführen lässt: Da er jetzt kein pöbelnder New Yorker Unternehmer mehr ist sondern Präsident, machen sich viele Beobachter Sorgen um die Pressefreiheit. Die Tatsache, dass Trump Reporter ausschließt und wiederholt autokratische Herrscher lobte, scheint auf eine Bereitschaft hinzudeuten, die Freiheit der Medien einzuschränken. Noch hat Trump das nicht getan – er könnte es aber versuchen, wenn er einen Anlass sieht. Zudem erschüttere er das Vertrauen seiner Anhänger in die Medien und die demokratischen Institutionen, meinen seine Kritiker.

Ernsthafter Angriff auf die Pressefreiheit

Die Vereinten Nationen teilen diese Beobachtung. Die UN-Menschenrechtsabteilung erklärte am Donnerstag, man verurteile die Attacken des Präsidenten und sie seien ein ernsthafter Angriff auf die Pressefreiheit. „Seine Angriffe sind strategisch, und sie sind dazu gedacht, das Vertrauen in die Berichterstattung zu unterminieren und Zweifel an überprüfbaren Fakten hervorzurufen,“ erklärten die UN-Experten David Kaye und Edison Lanza. „Wir machen uns besondere Sorgen, dass diese Angriffe das Risiko von Gewalt gegen Journalisten erhöhen.“ Die Kritik der UN kam am gleichen Tag wie Ivanka Trumps Auftritt – ob ihre Worte ein Versuch waren, den Schaden zu begrenzen, oder ob sie nur ihre persönliche Meinung äußerte, blieb unklar.

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