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Telefonat mit Trudeau : Trump und seine eigene Geschichte des Weißen Hauses

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Trump zu Trudeau: „Wart ihr es nicht, die das Weiße Haus niedergebrannt haben“. Antwort: Nein. (Unser Bild zeigt die beiden Staatschefs Mitte Oktober 2017 vor eben jenem Weißen Haus). Bild: AFP

Im Gespräch mit Kanadas Ministerpräsident Trudeau will Donald Trump seine Position mit einem geschichtlichen Ereignis begründen. Das Problem: Trump ist nicht besonders geschichtsfest.

          Amerikas Präsident Donald Trump hat sich im Zollstreit mit Kanadas Regierungschef Justin Trudeau nach einem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Bericht des Fernsehsenders CNN nicht besonders geschichtsfest gezeigt: „Wart ihr es nicht, die das Weiße Haus niedergebrannt haben“, soll er dem Bericht zufolge in einem Telefonat mit Trudeau am 25. Mai gesagt haben.

          Der kanadische Premier hatte zuvor gefragt, warum der Handel mit Kanada die Belange der Nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten berühren könne – schließlich seien beide Länder Verbündete und in der Nato vereint. Die Veröffentlichung kommt wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten Start des G7-Gipfels in Kanada, wo sich Trump der Kritik seiner Kollegen stellen muss.

          Tatsächlich wurde in Folge des Krieges von 1812 das Weiße Haus niedergebrannt. Allerdings waren es britische Truppen, die in Washington damals wüteten. Der Hintergrund liegt tatsächlich in Kanada: Die Briten revanchierten sich für einen Angriff auf York (Ontario), das damals noch eine britische Kolonie war, heute aber auf kanadischem Staatsgebiet liegt. Ob Trump das Thema auch im Gespräch mit Großbritanniens Premierministerin Theresa May aufbrachte, ist bisher nicht überliefert.

          Das Weiße Haus hatte das Verhängen von Strafzöllen unter anderem gegen Kanada mit der Nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten begründet. Dies wird von den meisten Kommentatoren international als vorgeschobenes Argument betrachtet.

          Trump Wirtschaftsberater Larry Kudlow sagte am Mittwoch, das Verhältnis beider Länder sei abgesehen von kurzfristigen Spannungen weiterhin „sehr gut“. Gemeinsam mit Mexiko verhandeln beide Länder derzeit über eine Fortsetzung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta.

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