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Trump trifft Lawrow : Diese Bilder sollte die Welt nicht sehen

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Gut gelaunt im Oval Office: Trump, Russlands Außenminister Sergej Lawrow (l.) und der russischen Botschafter Sergej Kisljak - verbreitet wurde dieses Bild vom russischen Außenministerium Bild: dpa

Dass sein Treffen mit dem russischen Außenminister nur wenige Stunden nach der Entlassung des FBI-Chefs ein mehr als unglückliches Timing hatte, war Donald Trump klar. Deswegen waren die Medien ausgeschlossen, Russland kümmerte das wenig.

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          Nur 16 Stunden nach der umstrittenen Entlassung des FBI-Chefs James Comey traf Donald Trump mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem russischen Botschafter Sergej Kisljak zusammen. Da Comey bis zu seinem Rauswurf die russischen Kontakte des Trump-Teams untersucht hatte und nicht nur die Demokraten mit Empörung auf dessen Entlassung reagiert hatten, wollte das Weiße Haus vermutlich keine Journalisten im Oval Office sehen.

          Selbst auf eine ansonsten übliche gemeinsame Pressekonferenz nach solchen Treffen verzichtete Trump. Nur die Hausfotografen des Weißen Hauses und des Kreml waren zugelassen, eine Veröffentlichung der Bilder ausdrücklich nicht vorgesehen. Doch während sich die Amerikaner an die Absprache hielten, verbreiteten sich die Bilder von Russland aus schnell. Zunächst veröffentlichte das russische Außenministerium Bilder, später folgte auch die russische Nachrichtenagentur Tass.

          „Ein sehr, sehr gutes Treffen“, sagte Trump später - auch dieses Bild stammt vom russischen Außenministerium.

          „Sie haben uns betrogen“, zitiert der Nachrichtensender CNN einen nicht näher genannten Mitarbeiter des Weißen Hauses. Und weiter: „Das ist das Problem mit den Russen – sie lügen.“

          Nach Angaben beider Seiten sprachen Trump und Lawrow nicht über die russische Einflussnahme auf den amerikanischen Wahlkampf - und auch dieses Bild veröffentlichte das russische Außenministerium.

          Stundenlang überließen es die Amerikaner den Russen, die Gespräche zu kommentieren. Während Außenminister Rex Tillerson seiner erklärten Aversion gegen Pressekontakte („ich brauche das nicht“) treu blieb, machte sich Lawrow auf einer Pressekonferenz in der russischen Botschaft mit sarkastischen Sprüchen über die Gastgeber lustig. Auf die Frage, ob Russland in den amerikanischen Wahlkampf eingegriffen habe, sagte Lawrow: „Ich hätte nie gedacht, solche Fragen beantworten zu müssen, zumal in den Vereinigten Staaten von Amerika mit Ihrem so großartig entwickelten demokratischen und politischen System.“ Amerika „erniedrigt“ sich selbst, fügte der Russe spöttisch hinzu, wenn es „in solchen Kategorien“ auch nur denke.

          Auf einer vom Weißen Haus später veröffentlichten Liste der von Trump und Lawrow besprochenen Themen fehlte die Frage der Wahlmanipulation. Trump ließ vielmehr bekräftigen, er wolle das Verhältnis der beiden Mächte verbessern. Er sprach von einem „sehr, sehr guten Treffen“ mit Lawrow.

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