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Trump spricht vor Anhängern : „Das Leben ist ein Wahlkampf“

  • Aktualisiert am

Präsident Trump bei einer Kundgebung in Florida – zurück in den Wahlkampfmodus Bild: dpa

Angesichts heftiger Kritik an seiner Präsidentschaft wendet sich Donald Trump mit einer aggressiven Rede an seine Bewunderer. Er attackiert abermals die Medien – und bewirbt sich jetzt schon um eine zweite Amtszeit.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat auf einer Kundgebung vor Tausenden Anhängern abermals die Medien angegriffen, die seiner Meinung nach „eine falsche Geschichte nach der anderen veröffentlichen“. Er wolle lieber direkt zu den Menschen sprechen – ohne den Filter falscher Nachrichten der Presse, sagte er der Menge am Samstag in Melbourne im Bundesstaat Florida. „Im Weißen Haus läuft es reibungslos“, sagte Trump. Er zählte Versprechen auf, die er gehalten habe. So habe er mit dem Verfahren für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko angefangen, Immigranten ausgewiesen und ein Handelsabkommen mit asiatischen Ländern abgesagt.

          Trumps Auftritt hatte den Charakter einer Wahlkampfveranstaltung und kommt einem sehr frühen Start in das Rennen um das Weiße Haus 2020 gleich. In einem ungewöhnlichen Schritt hatte Trump bereits fünf Stunden nach seiner Amtseinführung am 20. Januar Papiere für seine Wiederwahl bei der Wahlkommission eingereicht. Sein Vorgänger Barack Obama tat dies erst nach mehr als der Hälfte seiner ersten Amtszeit. Darauf angesprochen sagte Trump: „Das Leben ist ein Wahlkampf. Unser Land wieder groß zu machen ist Wahlkampf.“

          Bislang hat Trump mit Rückschlägen und Personalquerelen zu kämpfen. So wurde ein von ihm verhängter Einreisestopp für Angehörige aus sieben muslimischen Ländern juristisch gestoppt. Trump versprach in Kürze den Erlass eines neuen Einreise-Verbots. Wegen Kontakten zum russischen Botschafter noch vor der Amtsübernahme musste sein Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn zurücktreten. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig. Trumps Regierungsmannschaft ist immer noch nicht komplett. Er kritisierte den Senat heftig für die Verzögerungen. „Sie machen das Falsche für das amerikanische Volk“, sagte er.

          Unzufrieden ist Trump auch mit der Berichterstattung über seine ersten Wochen im Amt. Die Medien „wollen einfach nicht die Wahrheit berichten“, sagte Trump in seiner Rede in Florida. „Sie sind ein großer Teil des Problems geworden. Sie sind Teil des korrupten Systems. Wir werden nicht zulassen, dass die Fake News uns sagen, was wir zu tun, wie wir zu leben oder woran wir zu glauben haben.“ Journalisten hatte er bereits bei einer Pressekonferenz diese Woche als unehrliche Leute beschimpft. Die Presse sei außer Kontrolle. Wann immer er das Fernsehen einschalte oder die Zeitung aufschlage, sehe er Geschichten über Chaos. Genau das Gegenteil sei aber der Fall.

          Vor dem Versammlungsort in Florida hatte sich bereits gegen vier Uhr morgens eine Schlange von Trump-Anhängern gebildet, die den Auftritt des Präsidenten nicht verpassen wollten. Das Weiße Haus hatte die Veranstaltung als „Versammlung einer Kampagne für Amerika“ angekündigt. Sie sei zu der Veranstaltung gekommen, um Trump ihre Unterstützung zu zeigen, sagte Carmela Rocheleau, eine 33 Jahre alte Krankenschwester. „Alle sind gegen ihn und ich will, dass er weiß, dass wir ihm für seine harte Arbeit Anerkennung zollen.“ Er fühle sich mit Trump jeden Tag stärker verbunden, sagte der 47 Jahre alte Autoverkäufer Gene Huber. Der Präsident zeige Begeisterung und Liebe für das Volk.

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