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Wahlkampf in Minneapolis : Trump setzt weiter auf Hass

  • -Aktualisiert am

Den Vogel zeigen: Donald Trump am Donnerstag auf seiner Wahlkampfkundgebung im Target Center in Minneapolis Bild: dpa

Trotz Amtsenthebungs-Ermittlungen und Ukraine-Affäre: Amerikas Präsident lässt sich abermals für Beschimpfungen bejubeln. Sein Wahlkampf bleibt so aggressiv wie zuvor.

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          Donald Trumps Tiraden bei einer Veranstaltung in Minneapolis in dieser Woche haben eines gezeigt: Amerikas Präsident konzentriert sich mit Blick auf seine angestrebte Wiederwahl 2020 auf seine hartgesottene Kernklientel. Ob man ihn nun für einen überzeugten Rassisten, für einen Rassismus-Verwerter oder für eine Mischung aus beidem hält: Trump führte am Donnerstag abermals vor, dass er mit Ressentiments die Wiederwahl gewinnen will. Der Präsident bezeichnete die Abgeordnete Ilhan Omar, in deren Heimat er sprach, als „Schande für unser Land“. Er dankte einem rechtspopulistischen Blogger, der im Publikum saß, für dessen „großartige Berichterstattung“ über die Politikerin, die aus Somalia stammt. „Alles an Omar ist ein einziger Betrug“, behauptete Trump, bevor er verleumderische Behauptungen über deren Privatleben und ihre Ehen weiterverbreitete.

          Dann ging er dazu über, alle Somalis und somalischen Amerikaner zu attackieren: „Über Jahre hinweg haben die Politiker in Washington eine große Zahl an Flüchtlingen aus Somalia in euren Bundesstaat geschickt, ohne sich um die Auswirkungen auf Schulen, Gemeinden und Steuerzahler zu kümmern.“ Daraufhin buhten die zumeist weißen Fans die somalischen Einwohner lautstark aus. Minnesota verfügt über den höchsten Anteil an Einwanderern aus Somalia in den Vereinigten Staaten, bis zu 55.000 Menschen kommen aus dem Land oder stammen von Somalis ab. Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren sind sie außerordentlich jung. In 87 Prozent der Haushalte lebt mindestens ein Geldverdiener, auch wenn die Mehrheit als arm gilt.

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