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Hat sonst nichts gegen Babys: Donald Trump tätschelt im Februar 2016 auf einer Kundgebung den Bauch seiner schwangeren Tochter Ivanka Bild: AFP

Gegen „Geburtstourismus“ : Trump-Regierung will Schwangere an Einreise hindern

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Donald Trump hält es für aberwitzig, dass fast alle in seinem Land geborenen Kinder Anspruch auf einen amerikanischen Pass haben. Nun sollen Schwangere keine Touristenvisa mehr erhalten.

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          Die amerikanische Regierung plant Visa-Beschränkungen für schwangere Frauen, die ihr Kind in den Vereinigten Staaten zur Welt bringen wollen. Die an sich legale Praxis bezeichnet die Regierung von Präsident Donald Trump als „Geburtstourismus“ und soll eingeschränkt werden. Denn auf Grund des im 14. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten festgeschriebenen Geburtsortsprinzips erhalten Kinder, die in den Vereinigten Staaten geboren werden, automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft – eine Regelung, die Trump als „aberwitzig“ bezeichnet hat.

          Schwangere, von denen Konsulatsmitarbeiter wissen oder annehmen, dass sie diesen Plan verfolgen, sollen nach Angaben des Weißen Hauses in den Konsulaten künftig kein Touristenvisum (B-Visum) mehr erhalten. Stattdessen sollen sie wie Antragsteller behandelt werden, die für eine medizinische Behandlung in die Vereinigten Staaten reisen. Neben der Behandlung selbst müssen sie dann auch nachweisen, dass sie diese bezahlen können. Die Kosten für eine Geburt belaufen sich in den Vereinigten Staaten häufig auf einen fünfstelligen Betrag.

          Die Einreise von ärmeren Frauen zum Zweck der Entbindung würde eine solche Regelung erheblich erschweren. Die Regelung soll schon am Freitag wirksam werden. Schwangere Frauen, die aus anderen Gründen ein Visum beantragen möchten, könnten künftig abgewiesen werden, wenn sie ihre eigentlichen Pläne im Konsulat nicht glaubhaft machen können. 

          Laut der Mitteilung des Weißen Hauses ist diese Regelung nötig, um „die nationale Sicherheit“ zu gewährleisten. Zudem würde die „Industrie um den Geburtstourismus“ wertvolle Ressourcen in Kliniken in Anspruch nehmen.

          2017 kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den Vereinigten Staaten rund 10.000 Kinder zur Welt, deren Eltern nicht im Land leben. Wie viele Eltern sich jedoch nur wegen einer amerikanischen Staatsbürgerschaft des Kindes für eine Geburt in den Vereinigten Staaten entschieden haben, wird laut der Zeitung „Wall Street Journal“ nicht erhoben.

          Ob die Regelung den von der Trump-Regierung gewünschten Effekt haben wird, ist fraglich. So werden B-Visa häufig mit einer Gültigkeit von zehn Jahren erteilt. Deutsche sowie die Staatsangehörigen von 37 weiteren Staaten dürfen für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ohnehin ohne Visum einreisen; daran ändert sich nichts. 

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