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Trumps neue Sprecherin : Schroff und höchst loyal

  • -Aktualisiert am

In den Diensten der Trumps: Stephanie Grisham vor dem Weißen Haus Bild: Getty

Donald Trump macht Stephanie Grisham, die Stimme der First Lady, zu seiner Sprecherin. Sie wird auch Chefin für strategische Kommunikation – eine machtvolle Position.

          Melania Trump macht eher selten Ankündigungen. In dieser Sache war es der First Lady allerdings wichtig, selbst eine Erklärung abzugeben. Sie freue sich, mitteilen zu können, schrieb sie auf Twitter, dass Stephanie Grisham die künftige Sprecherin des Weißen Hauses sein werde. Zudem werde sie auch den Posten der Kommunikationsdirektorin übernehmen. Grisham ist bisher Sprecherin der First Lady. Und das soll sie auch bleiben. Sie sei begeistert, fügte Melania Trump hinzu, dass Grisham künftig für beide Seiten des Weißen Hauses arbeiten werde – also für den East und den West Wing des Präsidialamtes.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Die Personalie als solche war keine große Überraschung. Nach der Ankündigung, dass Sarah Sanders, die bisherige Sprecherin Donald Trumps, ihren Posten zum Monatsende niederlegt, um in ihren Heimatstaat Arkansas zurückzukehren, fiel schnell der Name der 42 Jahre alten Frau aus Arizona. Beide kennen einander seit 2015, also seit Trumps Ankündigung, die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner anzustreben.

          „Dazu kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen“

          Überraschend ist allerdings der Zuschnitt des Postens: Nicht nur ist es höchst ungewöhnlich, sowohl für den Präsidenten als auch für die First Lady zu arbeiten. Es war auch nicht damit gerechnet worden, dass der Posten des Kommunikationsdirektors, der über das Tagesgeschäft hinaus die strategische Kommunikation des Präsidenten plant, wiederbesetzt wird. Der Posten war seit März, dem Abgang Bill Shines, vakant.

          Die Bündelung spiegelt die ungewöhnliche Kommunikationspolitik Trumps wider: Für den Präsidenten ist sie Chefsache. Er verkündet politische Entscheidungen zumeist selbst auf Twitter. Er bestimmt den „Spin“ einer Geschichte. Und er kontrolliert in den nahezu täglichen Begegnungen mit der Presse im Weißen Haus, welche Nachfragen gestattet sind. Es ist ein zum Teil unwürdiges Spiel, in dem Journalisten Fragen krakeelen und der Präsident sich aussucht, was er von dem Geschrei beantwortet und was er ignoriert. Die früher üblichen Presseunterrichtungen, in denen im Präsidialamt akkreditierte Journalisten die Möglichkeit hatten, nahezu täglich Fragen zu jedweden politischen Entscheidungen der Exekutive zu stellen, gibt es seit März nicht mehr. Sanders, die in jenen Briefings stets die Gejagte war, flüchtete sich meist in die Formulierung: „Dazu kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen.“ Wenn sie auf Geheiß des Präsidenten hin und wieder doch mit einer Botschaft an die Öffentlichkeit ging, entsprach diese mehrmals nicht den Tatsachen.

          Es ist noch unbekannt, ob Grisham die Tradition der Briefings wiederaufnimmt. Sie ist im Auftreten selbstsicherer als ihre Vorgängerin. Trump bezeichnete sie als sehr talentiert. Sie werde „phantastisch“ sein in ihrer neuen Aufgabe. Die geschiedene Mutter zweier Kinder ist den Trumps gegenüber höchst loyal. Im Wahlkampf organisierte sie Kundgebungen in ihrem Heimatstaat für den republikanischen Kandidaten. Nach dem Wahlsieg wurde sie zunächst stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses unter Sean Spicer, Trumps erstem Sprecher. Nach wenigen Wochen wechselte sie zu seiner Frau Melania. Die Aufgabe war weniger politisch, aber nicht minder schwierig: Die First Lady macht sich in der Öffentlichkeit rar und gibt kaum Interviews, da sie die Medien mehrheitlich als feindlich gestimmt wahrnimmt. Wenn Porträts über Melania erschienen, war Grisham die Stimme der First Lady. Mitunter kann sie auch schroff sein: Als Ivana Trump, die erste Frau des heutigen Präsidenten, bei der Vorstellung ihres Buch sich selbst spaßhaft als „First Lady“ bezeichnete, reagierte Grisham mit einer humorlosen Entgegnung: Das Statement der „Ex“ entbehre jeder Substanz; bedauerlicherweise handle es sich nur um „Aufmerksamkeit erheischenden Lärm“.

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